Ressourcen-Lösungen

Back to sectors

Kompostierung


 

Kompost

Kompostierung und Vergärung: Bioabfälle werden zu Dünger und Biogas

Die Kompostierung und Vergärung organischer Abfälle und deren Rückführung als hochwertiger Dünger und Humus in den natürlichen Stoffkreislauf stellt einen wichtigen Geschäftsbereich von Veolia dar.

Mit den Logistikbetrieben und mehr als 18 eigenen Vergärungs- und Kompostanlagen bildet Veolia alle Stationen einer ordnungsgemäßen Bioabfallverwertung ab: von der Sammlung und dem Transport bis hin zur professionellen Verarbeitung. Wir gewinnen aus organischen Abfällen hochwertigen Kompost für die Landwirtschaft und zusätzlich in unseren Vergärungsanlagen Biogas zur Strom- und Wärmeerzeugung.

Wir unterstützen somit den natürlichen Stoffkreislauf und leisten einen wertvollen Beitrag zum Umweltschutz. Zudem tragen wir in erheblichem Maße dazu bei, Restabfall zu reduzieren.

In der Vergärungsanlage Hoppstädten-Weiersbach in Rheinland-Pfalz beispielsweise werden jährlich etwa 24.000 Tonnen Bioabfall verarbeitet und rund 3.000 Tonnen Kompost als hochwertiger organischer Dünger und Humus für  die Landwirtschaft sowie den Garten- und Landschaftsbau hergestellt.  

  


 

Energie- und Wärmeerzeugung: Synergieeffekte bei der Vergärung

Beim Verwertungsprozess von Bioabfällen stellt Veolia nicht nur Dünger her, sondern produziert zugleich auch Energie. Diese wird aus dem Biogas erzeugt, das bei der Vergärung der organischen Abfälle entsteht.

In unserer Biomasseanlage am Standort Essenheim, Rheinland-Pfalz, werden pro Jahr 48.000 Tonnen Bioabfall verarbeitet. Neben 18.000 Tonnen Kompost gewinnen wir zudem 8.000 MWh Strom pro Jahr und versorgen damit rund 1.800 Einfamilienhaushalte in der Region. Diese regenerativen Strommengen stellen eine ideale Ergänzung zu den Strommengen aus Wind und Sonne dar, weil sie bedarfsgerecht produziert und im richtigen Moment ins Stromnetz eingespeist werden können.

Auch die beim Verstromungsprozess entstehende Wärme wird sinnvoll genutzt. In den Anlagen für den Fermentations- und Rotteprozess trägt die Wärme zur sicheren Hygienisierung und biologischen Stabilisierung des Kompostgutes bei.

Ein natürlicher Kreislauf: Aus Bioabfall wird wertvoller Kompost

In der Natur werden in einem ständigen Kreislauf organische Stoffe von kleinsten Bodenlebewesen zu fruchtbarer Erde abgebaut. Diesen Prozess macht sich Veolia unter Anwendung modernster Technik bei der Kompostierung und Vergärung gezielt zunutze.


Aufbereitungsstufen der Komposierung und Vergärung

Grobaufbereitung

Zunächst wird der Bioabfall sortiert, zerkleinert und von einigen Störstoffen (z.B. Metallen) befreit. Die Grobaufbereitung dient zur Erzeugung eines homogenen Ausgangsmaterials für die folgenden biologischen Prozessschritte.

Biologische Behandlung

Die biologische Behandlung hat zum Ziel, die organischen Bestandteile des Bioabfalles zu zersetzen und in mineralische Bestandteile umzuwandeln. Dies erfolgt über den Kompostierungsprozess und im Falle der Vergärungsanlagen zusätzlich über die Fermentation.

Kompostierung

Bei der Kompostierung wird organisches Material unter Zuführung von Sauerstoff und mithilfe von Bakterien abgebaut. Über eine gezielte Belüftung und eine überwachte Temperaturführung werden die natürlichen Reaktionen um ein Vielfaches intensiviert.
In der einfachsten Form wird die Kompostierung in Mieten (aufgehäuftes Material) realisiert, die mittels maschinellen Umsetzvorgängen mit Sauerstoff versorgt werden. In modernen Kompostierungsanlagen mit größeren Mengendurchsätzen werden Mieten in geschlossenen Räumen über eine Luftverteilung am Boden druckbelüftet – hier können alle für den Abbau wesentlichen Parameter sehr genau eingestellt werden.

Fermentation

In den Vergärungsanlagen ist der Kompostierung eine Fermentationsstufe vorangestellt, die in abgeschlossenen Reaktionsräumen den anaeroben, d.h. ohne Sauerstoff ablaufenden Prozess ermöglicht. Unter Ausschluss von Luftsauerstoff wachsen in diesem Bereich spezielle Bakteriengruppen auf, welche die Bildung von Gas ermöglichen, das später zur Energieerzeugung genutzt wird. Daneben wird in allen biologischen Abfallbehandlungsanlagen über eine Wärmebehandlung der Bioabfall von keimfähigen Samen, schädlichen Keimen und sonstigen Krankheitserregern befreit.

Nachaufbereitung/Absiebung

Nach dem biologischen Prozess muss der behandelte Bioabfall noch von Störstoffen wie Plastik, Glas und sonstigen Fehlwürfen aus der Biotonne befreit werden. Dies geschieht über verschiedene Siebvorgänge, an deren Ende der fertige Kompost vorliegt.


 
Kompost 5
Kompost 6
Kompost 3

 

Minderung von Emissionen

Bei dem Verwertungsprozess halten wir selbstverständlich geltende Emissionsrichtlinien ein. Das Augenmerk liegt dabei auf der Vermeidung von Geruchsemissionen. Dazu gehört ein sauber geführter Prozess, welcher schon die Entstehung von Geruchsstoffen so gering wie möglich hält. Darüber hinaus verfügen die meisten Anlagen über Einhausungen für emissionskritische Behandlungsabschnitte wie z.B. die Annahme der Bioabfälle, für die biologischen Prozessschritte und die Absiebung. Die in den Einhausungen auftretenden Geruchsstoffe werden über Rohrleitungssysteme erfasst und gezielt einer Abluftbehandlung zugeführt. Diese Behandlung wird zumeist über Befeuchtungssysteme und Biofilter realisiert.

 

Wertvoller Kompost von VEOLIA 

Kompost 7

 

Prüfkriterien: www.gz-kompost.de

Aus dem Aufbereitungs- und Verwertungsprozessen entsteht hochwertiger Dünger und Humus, den Veolia vermarktet. Das mit dem RAL-Gütezeichen ausgezeichnete Kompostmaterial wird vornehmlich im Ackerbau, im Wein- und Obstbau zur Humusdüngung und Bodenverbesserung genutzt. Es fördert nicht nur ein aktives und gesundes Bodenleben, sondern verbessert auch die Bodenstruktur. Der Kompost sorgt für eine erhöhte Wasseraufnahme und -speicherung, eine ausgewogene Nährstoffversorgung und stärkt die Widerstands- und Wuchskraft der Pflanzkulturen.
 

 

Bioabfall trennen - biologische Verwertung stärken

Die Potenziale bei der Verwertung von Bioabfällen zu Dünger sowie Biogas kann noch effizienter genutzt werden, wenn mehr organische Abfälle getrennt vom restlichen Müll erfasst werden würden. Zum Bioabfall gehören natürliche Küchen- und Gartenabfälle, Grünschnitt und sonstige kompostierbare Materialien. Wenn sich jeder Haushalt an der ordnungsgemäßen Trennung des Hausmülls beteiligen würde, wäre es  möglich, die Abfallmenge um bis zu 40 Prozent zu reduzieren. Die seit 2015 für Kommunen gesetzlich verpflichtende Bioabfallsammlung stellt hierzu einen wichtigen Beitrag dar.

Bisher haben noch nicht alle Kommunen eine flächendeckende getrennte Sammlung von Bioabfällen eingeführt.