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Fundierte Kanalsanierungplanung


Das Sanierungsprogramm PROSA-K verhilft dem Abwasserzweckverband Westliche Mulde zu einer nachhaltigen Investitionsstrategie – im Sinne künftiger Generationen

Wie für Gebäude gilt auch für die unterirdischen Abwasserkanäle: Je früher bei Schäden reagiert wird, desto geringere Reparaturkosten fallen an und desto länger bleibt die Substanz erhalten. Doch Kommunen und Verbände stehen heute vor der schwierigen Herausforderung, ihr Abwassernetz trotz begrenzter Investitionsbudgets in Schuss zu halten. So auch der Abwasserzweckverband (AZV) Westliche Mulde in Sachsen-Anhalt, in dessen Gebiet rund 68.000 Menschen leben.
 
Kanalsanierung


Um sich einen Überblick über den tatsächlichen Zustand der Kanäle zu verschaffen, schickte der AZV Westliche Mulde eine Spezialkamera durch das Abwassersystem. Aus den Kamerabefahrungen ging hervor, dass vor allem in den ältesten Bereichen des Kanalnetzes schadhafte Abschnitte registriert wurden und Handlungsbedarf besteht. Auf Empfehlung seines Betriebsführers MIDEWA, einem Unternehmen der Veolia-Gruppe, nutzte der Verband zur detaillierten Auswertung der Kamerbefahrungen das von Veolia entwickelte Programm PROSA-K, kurz für Prognose- und Szenarioanwendung Kanal. Es ermittelt Substanz und Zustand des Kanalsystems, bewertet beides und leitet über konkrete Kostenvergleichsrechnungen die jeweils beste Sanierungsstrategie ab, wobei das regional spezifische Alterungsverhalten der Kanäle berücksichtigt wird. Denn, so Verbandsgeschäftsführerin Ines Koeckeritz: „Entscheidungen kann ich nur mit Wissen, nicht mit Vermutungen treffen.“
 

Kodierungsqualität wird überprüft

Die Bilder der Kamerabefahrungen, genauer gesagt die digitalen Befahrungsprotokolle mit den Schadenskodierungen,  wurden in PROSA-K eingelesen und die Kanalabschnitte mit den größten Schäden und dem dringlichsten Handlungsbedarf über die Zustandsbewertung und eine Bedarfsliste priorisiert. Zusätzlich wurde  eine Substanzwertberechnung aller Haltungen erstellt. Der Substanzwert gibt darüber Aufschluss, in welchem baulichen Allgemeinzustand sich der Kanal befindet und welche Sanierungsverfahren wirtschaftlich sinnvoll anzuwenden sind.
 
Aus den Informationen über Schadensbild, Zustand, Substanz und möglichem Sanierungsverfahren wurden die Kosten für unterschiedliche Sanierungsvarianten geschätzt: von unterschiedlichen Reparaturverfahren über ein vollständiges Lining (hier bekommt der alte Kanal eine neue Innenhaut eingezogen) bis zur Erneuerung. Dabei flossen die betrieblichen Erfahrungen der Veolia-Gruppe ein. Verglichen wurde auch, ob es für den Verband im Verlauf von 30 bis 50 Betriebsjahren günstiger wäre, eine schadhafte Haltung nach der anderen „feuerwehrmäßig“ zu reparieren und damit nur zu reagieren, oder langfristig zu denken und nachhaltig zu investieren – nicht zuletzt im Sinne künftiger Generationen.
 
Die Zusammenführung möglicher Maßnahmen mit den damit verbundenen Kosten und der prognostizierten „Haltbarkeit“ ergibt die für Entscheidungsträger wichtigen Informationen, um eine Sanierungsstrategie ableiten zu können.
 

Enge Abstimmung mit Betriebsführer und Kommune

Der AZV Westliche Mulde hat mit den gewonnenen Ergebnissen zunächst Sofortmaßnahmen in einigen Kanalabschnitten eingeleitet. So wurden Bereiche mit verminderter Betriebssicherheit vermehrt gespült und Wurzeleinwüchse beseitigt. Außerdem hat der Verband mit einer genauen Sanierungs- und Budgetplanung für die nächsten Jahre begonnen. Die über PROSA-K ermittelten detaillierten Sanierungsvorschläge können von beauftragten Ingenieurbüros dabei direkt zur Erstellung von Vor- und Entwurfsplanungen genutzt werden. Auch die enge Abstimmung von Maßnahmen mit den Kommunen ist wichtig, um gemeinsam die Kosten optimieren, wie beispielsweise die Koordination von Straßen- und Kanalerneuerungsmaßnahmen. Fazit von Verbandsgeschäftsführerin Koeckeritz: „Es hat uns wirklich weitergebracht, genau über den Zustand des Kanalnetzes Bescheid zu wissen. Eine technische Aussage allein ist eben nicht genug. Wenn ich handeln will, muss ich auch wissen, was das kostet.“