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Papierrecycling


Veolia ist in Deutschland Marktführer beim Papierrecycling und zuverlässiger Lieferant für die Papierindustrie.

Die Liste der Abfälle, welche Veolia für Gewerbe- und Industriekunden, Kommunen und Endverbraucher in Deutschland sammelt und zur Weiterverwendung aufbereitet, ist lang: Vom gemischten Altpapier über unverkaufte Restbestände an Zeitungen, Zeitschriften und Büchern, Büropapieren und anderen graphischen Papieren bis hin zu ‚laufenden Aktenmetern‘ und gebrauchten Papier- und Kartonverpackungen wird alles in den Kreislauf zurück geführt.

Papierrecycling

Veolia betreibt in Deutschland aktuell neun Sortieranlagen für Altpapier

 

Partner der Industrie

Veolia bietet seinen Kunden individuelle Full-Service-Lösungen an, um die Ressource Altpapier zu erfassen, zu sortieren und aufzubereiten. Dazu stellen wir abgestimmt auf den jeweiligen Bedarf der Kunden Behälter, Pressen und Personal am Ort des Abfallaufkommens bereit. Wir übernehmen die Transportlogistik und verarbeiten das Altpapier in unseren neun Sortieranlagen. Unsere Produkte sind unterschiedliche Wertstoffe, welche den hohen Qualitätsanforderungen der Papierindustrie gerecht werden und von uns weltweit direkt vermarktet werden.

Papierrecycling ist durchaus ein hochkomplexer Prozess. So ist Altpapier bisher nur im sauberen Zustand zu gebrauchen. Ist es einmal in den Hausmüll gelangt und dadurch verunreinigt, kann das Material in der Papierproduktion nicht mehr eingesetzt werden, denn kritische Stoffe könnten über Pappe- und Papierverpackungen in Lebensmittel gelangen. Aber auch wenn es gewissenhaft getrennt wird, enthält es noch Störstoffe, die entfernt werden müssen: Plastikfolien in Fensterbriefumschlägen, Heftklammern oder Kosmetikproben in Zeitschriften. In unseren Sortieranlagen haben wir daher alle Hände voll zu tun. Fest steht allerdings auch: Allein mit den heute gängigen Sortierverfahren können Störstoffe nicht gänzlich ausgeschlossen werden. Andererseits können Frischfasern den Bedarf an Papier nicht mehr stillen. Altpapier ist daher ein wertvolles Gut. Je nach Qualitätsstufe können teils über hundert Euro pro Tonne verlangt werden. Der Preis unterliegt jedoch starken Marktschwankungen.
 
EntsorgungEntsorgung

Fakten:

• 9 Sortieranlagen in Deutschland

• 270 Mitarbeiter_innen, davon 31 bei der Veolia Umweltservice Wertstoffmanagement GmbH

• 134 Millionen Euro Umsatz in 2014

• 1,21 Millionen Tonnen vermarkteter Sekundärrohstoffe (ohne direkte Vermarktung)

EntsorgungEntsorgung

Sortierklassen:

• 43 % 1.04 - Kaufhausabfälle (Wellpappe, Karton und Verpackungspapiere)

• 26 % 1.01 - gemischtes Papier und Pappen, Fremdstoffe entfernt

• 15 % 1.11 - sortiertes Papier für Deinking aus Privathaushalten

• 12 % 1.02 - gemischtes und sortiertes Papier und Pappen

• 4 % Sondersorten

EntsorgungEntsorgung

Vermarktung:

Der Altpapierhandel findet längst auf dem globalen Markt statt.

Deutschland führt deutlich mehr Altpapier ein als aus:

• Import: 3,91 Mio Tonnen

• Export: 2,78 Mio Tonnen

(Zahlen für 2013)

 
Weltmeister im Recycling

Auf 625 Jahre Erfahrung in der Papierherstellung blickt man in Deutschland inzwischen zurück. Heute werden jährlich circa 22,4 Mio Tonnen Papier in 165 Betrieben produziert und diese Branche ist ein Paradebeispiel für eine funktionierende Kreislaufwirtschaft. Denn mit seinem hoch technologischen und über viele Jahre perfektionierten Recycling spielt Deutschland auf dem Papier-Weltmarkt eine herausragende Rolle: Die deutsche Papierproduktion liegt in Europa auf Platz eins und rangiert damit hinter China, den USA und Japan auf dem vierten Platz weltweit. Noch erfreulicher ist: Im weltweiten Vergleich der Recyclingquoten belegt Deutschland die Spitzenposition. Nicht zuletzt auch aufgrund der haushaltsnahen und getrennten Sammlung von Kunststoffen, Biomüll, Altpapier und Glas. Denn den höchsten Anteil an den Wertstoffen im Haushaltsabfall hat mit jährlich 5,8 Millionen Tonnen oder 72 Kilogramm pro Einwohner das Altpapier. Dessen Aufbereitung und stoffliche Verwertung stehen sinnbildlich für einen effektiven Ressourcenschutz mit und durch die Kreislaufwirtschaft: 88 Prozent des anfallenden Papiers werden heute in Deutschland wiederverwendet. Zusammen mit anderen Papier-, Pappe- und Kartonabfällen (PPK) aus Industrie und Handel werden in Deutschland jährlich mehr als 15 Millionen Tonnen Altpapier recycelt. Der Einsatz von recycelten Rohstoffen zur Herstellung von Papier und Kartonagen liegt in Europa seit zwei Jahren stabil bei 47,5 Mio Tonnen, vermeldete der Europäische Wirtschaftsdienst im Februar unter Berufung auf Statistiken des Verbandes der europäischen Papierindustrie (CEPI).

Während die Verwertungsquote von Altpapier in den 1960er Jahren noch bei 45 Prozent lag, werden in Europa heute 72 Prozent des Materials recycelt und wiederverwendet. 

Mehr als dreifache Wiederverwendung
Ein Problem des Papierrecyclings ist sein Erfolg: Statistisch betrachtet wird heute jede Faser 3,5  mal recycelt. Doch diese Art der Wiederverwendung hat auch seine Grenzen: Jedes Recycling verkürzt die Zellulosefasern und auch die Verkettung der Fasern innerhalb des Papierpulp leidet. Am Ende der Verwertungskette ist das Papier für hochwertige Produkte nicht mehr reißfest und stabil genug. Daher wurde im letzten Jahr bei der Herstellung von ‚grafischem Papier‘ (beispielsweise Zeitungsdruck- und Büropapier) weniger Altpapier verarbeitet, der Anteil recycelter Rohstoffe bei der sonstigen Papier- und Kartonproduktion stieg hingegen weiter an.  Diese Entwicklung folgt einem globalen Trend, weiß Stefan Geibel, Geschäftsführer der Veolia Umweltservice Wertstoffmanagement GmbH zu berichten: 
 

„Die letzten Jahre waren etwas schwierig. Der Verbrauch grafischer Papiere, wie beispielsweise Zeitungsdruckpapier, ist weltweit deutlich zurückgegangen und wird sich auf einem niedrigeren Niveau stabilisieren. Im Bereich der Verpackungspapiere konnte hingegen ein Wachstum verzeichnet werden.“ 


Derzeit scheint sich die Produktion wieder zu stabilisieren, denn auch Smartphones, Tablets und E-Mails können die Eigenschaften von Papier als Informationsträger nicht verdrängen, wie es die Utopie vom „papierlosen Büro“ noch in den 1980er Jahren suggerierte: Durch die unkomplizierte Nutzung und Weiterverbreitung sowie technologie- und softwareunabhängige Handhabung von Papier werden die gedruckten Informationen auch langfristig nicht aus unserem modernen Leben wegzudenken sein. Auch Hygiene- oder Verpackungspapiere sind nach wie vor unersetzlich. Zunehmend werden Waren online gekauft und schließlich durch Papier, Karton und Pappen geschützt verschickt. Und weil gerade in unseren Städten immer mehr Single-Haushalte kleine Verpackungen nachfragen, steigt der Papierverbrauch im Verpackungssektor.
Globaler Handel

Deutschland führt deutlich mehr Altpapier ein (3,91 Mio Tonnen in 2013) als aus (2,78 Mio Tonnen). Der Altpapierhandel findet längst auf dem globalen Markt statt. Frachter, die ihre Ladung von Kleidung, Fernsehgeräten und anderen Produkten ‚Made in China‘ in den europäischen Häfen löschen, kehren inzwischen nicht mehr leer zurück, sondern beladen mit Ballen aus Recycling-Papier, das wegen der niedrigen Eastbound-Tarife zu sehr günstigen Raten transportiert wird, und gleichzeitig den Ballast für die Schiffe liefert. Größter Abnehmer des hierzulande gesammelten und aufbereiteten Altpapiers ist daher China: Allein die Ausfuhr von „Papier oder Pappe zur Wiedergewinnung“ nach China wird vom Statistischen Bundesamt für das Jahr 2013 mit über 419.000 Tonnen angegeben, während lediglich 400 Tonnen aus China importiert wurden.

Herausforderungen
Aufgrund sich ändernder Rahmenbedingungen und durch einen intensiven Wettbewerb ist die Papier-Kreislaufwirtschaft kontinuierlich gefordert, nach besseren Lösungen zu suchen. So schreibt zum Beispiel seit 2013 die überarbeitete EN 643 höhere Qualitätsstandards vor, welche beispielsweise geringe Toleranzen für Nicht-Papier-Anteile in den aufbereiteten Wertstoffballen festlegen. Aber auch der Anteil der nicht für das Recycling geeigneten Papiere steigt zunehmend.
 

Immer häufiger werden Verpackungen aus Marketinggründen mit Beschichtungen, Beklebungen oder Kaschierungen ‚aufgewertet‘ und sind damit für den Papierkreislauf nicht mehr oder nur unter erheblichem Mehraufwand zu verwerten.


Die Recyclingfähigkeit oder der Gebrauchswert der zurück gewonnenen Stoffe leidet zunehmend, Fachleute sprechen vom Downcycling. Um diesem Trend entgegen zu treten, werden immer komplexere Sortier- und Aufbereitungstechnologien sowie  immer aufwendigere Abstimmungsprozesse zwischen den Produzenten, Anwendern und Sortierern nötig, um die gewünschten Qualitäten zu erhalten. Veolia arbeitet daher in Kooperation mit der Industrie eigene Programme aus. Da aktuell die Ausbeute trotz immer höherem Abfallaufkommen bei gleichzeitig immer höherem Sortieraufwand stetig abnimmt, ist absehbar, dass sich der Import aus Ländern wie den USA und Brasilien verstärken wird: Hier werden aktuell noch immer bis zu 60 Prozent Frischfasern aus Holzschliff zur Produktion graphischer Papiere eingesetzt. „Die Absatzmärkte werden neu gemischt“, prognostiziert Stefan Geibel. Trotz dieser Herausforderungen bleibt es dabei:  Auch 625 Jahre nach den ersten Anfängen der Papierproduktion in einer Nürnberger Papiermühle und mehr als 2 000 Jahre nach der Erfindung der Papierherstellung in China hat Papier nichts von seiner Zukunftsfähigkeit verloren.


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