Wertschätzung von Vielfalt und Familie

Grundsätze des Miteinanders

 

Grundsätze des Miteinanders

Das Unternehmen stützt sich auf allen Ebenen und in allen Ländern auf das verantwortungsvolle und selbstständige Handeln seiner Beschäftigten und fördert die berufliche Gleichberechtigung von Männern und Frauen.
UNTERNEHMENSZWECK „OUR PURPOSE“

Ausdrücklich bekennt sich auch Veolia Deutschland als Unterzeichner der Charta der Vielfalt zu einer wertschätzenden und vorurteilsfreien Organisationskultur. Über den Beschwerdemechanismus des Compliance Managements werden Verstöße identifiziert und nachverfolgt (siehe Kapitel Unternehmensführung: Unternehmensethik und Compliance). 2019 wurde ein Fall von Diskriminierung bei Veolia in Deutschland registriert und umfassend ausgewertet.
 

Die Unternehmen von Veolia Deutschland streben an, ein inklusives Arbeitsumfeld für Menschen mit einem Handicap zu schaffen. Zum Beispiel brachte die MIDEWA ihre umfassenden Erfahrungen 2019 in eine Publikation zum Thema Teilhabe von Menschen mit Behinderung am Arbeitsleben des Landes Sachsen-Anhalt ein.
 

Im Jahr 2019 waren unter den Veolia-Beschäftigten 3,9 Prozent Menschen mit Behinderung. Die in Kooperation mit gemeinnützigen Partnern geschaffenen zusätzlichen Arbeitsplätze für Menschen mit Behinderung im Recycling von Elektroaltgeräten in Rostock und in der Textilaufbereitung in Dresden haben Bestand. Dazu trug die Einrichtung eines Onlineshops für die aus recycelten Textilien produzierten Putzlappen bei.

Wir steigern den Anteil von Frauen in allen Hierarchieebenen unseres Unternehmens und wollen im Management (ab Teamleiterebene) bis 2030 einen Frauenanteil von 30 % erreichen.

Die Führungskarriere von Frauen zu befördern, ist erklärtes Ziel von Veolia Deutschland. 2019 waren rund 33,3 Prozent aller Beschäftigten bei Veolia in Deutschland Frauen. Der Anteil weiblicher Führungskräfte lag bei knapp 19 Prozent. Den weiblichen Veolia-Führungskräften steht weltweit seit 2016 das Veolia Gender Balance Network WeDo für einen Austausch von Ideen und Erfahrungen zur Verfügung. Das internationale Qualifizierungsprogramm für weibliche Führungskräfte „Women in Leadership“ gibt interessierten Frauen die Möglichkeit, sich im Hinblick auf Führungsverantwortung weiterzubilden.
 


 

Interview

Kurzinterview mit Lida Barekzai

Projektmanager Innovation/New Business Development bei Veolia Umweltservice West

Warum haben Sie sich für Veolia als Arbeitgeber entschieden?

Ich bin 2005 nach Deutschland gekommen, aus Afghanistan, wo es häufig keine Abfallentsorgung, kein sauberes Trinkwasser oder keinen Strom gab. Der Staat war mit diesen Aufgaben überfordert, Unternehmen wie Veolia fehlten. 
Beim Studium der Wirtschaftswissenschaften haben mich meine Vertiefungsfächer Entwicklung und Umweltökonomie fasziniert. Da ging es um Nachhaltigkeit in vielfältigen Zusammenhängen, das Thema ließ mich nicht mehr los. In der Bachelorarbeit habe ich mich mit Ursachen und Folgen von Überschwemmungen befasst und die von Menschen verursachten Gründe wie Klimawandel, Urbanisierung und Entwaldung herausgearbeitet. In der Masterarbeit ging es um die Auswirkungen von Informations- und Kommunikationstechnologien auf das landwirtschaftliche Einkommen. All das half mir, den Begriff Nachhaltigkeit für mich zu erschließen und als große Chance zu betrachten. Nun versuche ich meine Doktorarbeit im Bereich Personalentwicklung und Fachkräftesicherung zu absolvieren. 
Mit dem Master in der Tasche suchte ich nach Karrieremöglichkeiten in einer Organisation, wo Umwelt, Nachhaltigkeit, Globalität und Innovation zueinanderfinden - und Veolia passte! Resourcing the world - da steckt alles drin! Ich hatte immer den Wunsch, nicht nur Geld zu verdienen, sondern auch etwas Sinnvolles zu tun, einen kleinen Beitrag für die Gesellschaft zu leisten. Denn wie es ein afghanisches Sprichwort sagt: Aus vielen Tropfen entsteht ein See.

Erleben Sie in Ihrem Arbeitsumfeld die Wertschätzung für Vielfalt unter den Beschäftigten?

Es gab mehrere BewerberInnen mit gleicher Qualifikation für meine Stelle. Man hat sich für mich entschieden, weil ich eine andere Perspektive mitbringe. Das spricht schon mal dafür, dass es bei den Entscheidern ein Bewusstsein für Vielfalt gibt. Das bezieht sich nicht ausschließlich auf die Herkunft, sondern auch auf das Alter, das Geschlecht oder die Ansichten zu bestimmten Themen. Die Wertschätzung für Vielfalt spiegelte sich auch in einer meiner Aufgaben, Ideen für die Rekrutierung von Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern aus dem Ausland und unter Geflüchteten zu entwickeln und zu erproben. Diese positive Haltung zu Vielfalt bei den Führungskräften bewirkt eine insgesamt sehr offene Atmosphäre, einen selbstverständlichen Umgang mit Vielfalt, die ich bei Veolia erlebe.
 

Welche Weiterentwicklung wünschen Sie sich für Veolia bezüglich des Engagements für Vielfalt?

Ich sehe in zwei Bereichen noch Potenzial. Zum einen in der Sensibilität für die Unterschiede zwischen Männern und Frauen. Veolia hat ambitionierte Ziele, möchte 30% Frauen in Führungspositionen haben. Das funktioniert nicht von allein. Wir sollten Frauen ganz bewusst unterstützen, ihnen mehr Gelegenheiten für Karriereschritte bieten, sie offensiv ermutigen - sei es das Wort zu ergreifen, Risiken einzugehen, selbstbewusst zu sein oder Fehler zuzulassen. Ich bin überzeugt, wir wären alle positiv überrascht von den Wirkungen. Es ist ein Lernprozess für beide Seiten und bereichernd, einander zuzuhören. 
Vielfalt können wir außerdem stärken, indem wir noch häufiger und ganz gezielt Geflüchtete in unsere Rekrutierungsprozesse einbeziehen. Viele von ihnen wollen wirklich etwas bewegen, sich engagieren. Im Veolia-Unternehmenszweck heißt es gleich im ersten Satz: Wir wollen zur Umsetzung der Sustainable Development Goals beitragen. Darin geht es auch  um menschenwürdige Arbeit für alle. Das verstehe ich als Auftrag, jedem eine Chance zu geben, unabhängig von seiner Herkunft.
 


 

 

Vereinbarkeit von Beruf und Privatleben

 

Vereinbarkeit von Beruf und Privatleben

Eine wichtige Voraussetzung für die Zufriedenheit der Beschäftigten und gerade auch für die Gleichberechtigung von Männern und Frauen ist die Vereinbarkeit von Beruf und Privatleben.
 

Aus diesem Grund unterbreiten die Tochtergesellschaften von Veolia Deutschland ihren Beschäftigten vielfältige Angebote, die auf die jeweiligen betrieblichen und regionalen Bedingungen zugeschnitten sind. Diese reichen von der Beratung über Betreuungspartnerschaften, Ferienangebote, flexible Arbeitszeitmodelle, Familien-Parkplätze bis zu Eltern-Kind-Büros. Einige Unternehmen der Gruppe sind durch die Initiative berufundfamilie zertifiziert. Die Wertschätzung für Familien wird an vielen Standorten durch Weihnachtsgeschenke für die Kinder von Beschäftigten gezeigt.
 

Die Angebote werden kontinuierlich und bedarfsgerecht weiterentwickelt. So wurden 2019 mit den Arbeitnehmervertretungen Regelungen für mobiles Arbeiten getroffen, die ab Januar 2020 in allen drei Geschäftsbereichen gelten.