Betriebsgelände Rostock LVP Wiederaufbau

Wiederaufbau in Rostock

Wiederaufbau und Umbau am Standort Rostock, Up de Schnur 2

Veolia Umweltservice ist als bundesweiter Dienstleister in der Abfallwirtschaft tätig und erbringt insoweit unter anderem die Sammlung, Sortierung und Verwertung von diversen Abfallfraktionen. Dazu betreibt Veolia im Bundesgebiet mehrere Anlagen zur Sortierung von in Haushalten anfallenden Leichtverpackungsabfällen, bekannt als der “Gelbe Sack”, die “Gelbe Tonne” oder der “Grüne Punkt”. Die Abfälle werden in diesen Anlagen mittels modernster Technik in diverse Wertstofffraktionen und Reststoffe getrennt. Durch die Sortierung können die einzelnen (wieder-)gewonnenen sortenreinen sowie recyclingfähigen Wertstoffe und die anfallenden Reststoffe weiter verwertet werden.

Auch am Standort Up de Schnur 2 in 18146 Rostock hatte die Veolia Umweltservice Nord GmbH seit dem Jahr 2013 eine moderne Anlage zur Sortierung von Leichtverpackungsabfällen, überwiegend aus dem Bundesland Mecklenburg-Vorpommern, betrieben. Infolge eines verheerenden Großbrandes im Juli 2018 wurde an dem Standort die Halle und alle darin befindliche Sortiertechnik vollständig vernichtet. Seit dem Brand erfolgt am genannten Standort keine Sortierung von Leichtverpackungen mehr, sondern nur eingeschränkte abfallwirtschaftliche Tätigkeiten.

Nach dem ersten Schock hat sich Veolia relativ schnell entschieden, am selben Standort eine neue Sortieranlage für Leichtverpackungen und die hierfür erforderlichen Hallen wieder neu zu errichten und zu betreiben. Eine Vielzahl an Beteiligten arbeitet aktuell daran, dieses Ziel zu erreichen.

Zu dem Wiederaufbauprojekt und den künftigen Betriebstätigkeiten am Standort stellen wir Ihnen an dieser Stelle Informationen bereit. Sollten Sie noch offene Fragen haben, dann melden Sie sich gerne bei uns über unser Kontaktformular.

Was ist beim Brand passiert?

Am Abend des 24. Juli 2018 ist am Standort Up de Schnur 2 in 18146 Rostock der Veolia Umweltservice Nord GmbH in der Produktionshalle ein Brand ausgebrochen. Dieses Feuer breitete sich aus und konnte trotz des schnellen Eintreffens einer Vielzahl von Feuerwehrfahrzeugen und Rettungskräften und trotz engagierter Löschversuche nicht mehr unter Kontrolle gebracht werden.
Die Produktionshalle und die gesamte Sortiertechnik wurden vollständig vernichtet. Die Brandursache ist nach wie vor unbekannt und kann auch nicht mehr ermitteln werden. Alle bislang geäußerte Vermutungen über die Brandursache stellen lediglich Spekulationen dar und konnten nicht belegt werden.
Glücklicherweise sind bei dem verheerenden Brandereignis weder Mitarbeiter noch Nachbarn oder Rettungskräfte zu Schaden gekommen. Insofern bestand Glück im Unglück, dass “nur” ein – wenn auch erheblicher – Sachschaden eingetreten ist.

Weshalb erfolgt am Standort die Wiedererrichtung einer LVP-Sortieranlage?

Die abgebrannte Sortieranlage am Standort Up de Schnur 2 in Rostock war im Bundesland Mecklenburg-Vorpommern die einzige Sortieranlage für Leichtverpackungsabfälle. Seit dem Brand und dem Ausfall des Sortieranlagenbetriebs im Juli 2018 werden die Leichtverpackungsabfälle aus dem Bundesland Mecklenburg-Vorpommern nunmehr zu anderen Sortieranlagen in andere Bundesländer transportiert. Dieser Zustand ist aus ökologischer und ökonomischer Sicht untragbar. Damit die Leichtverpackungsabfälle, die in allen privaten Haushalten in Mecklenburg-Vorpommern anfallen, schnellstmöglich wieder innerhalb des Bundeslandes einer Sortierung zugeführt werden können und nicht mehr aufwendig in andere Bundesländer transportiert werden müssen, braucht es daher wieder eine Sortieranlage in Mecklenburg-Vorpommern. Folge dessen wären wieder kürzere Logistikwege zu einer regionalen Sortieranlage, was die Vermeidung von umweltschädlichen Emissionen und damit einhergehend eine deutlich bessere CO²-Bilanz der aus den sortierten Abfallmaterialien gewonnenen Rezyklaten bedeuten wird.

Für die wieder zu errichtende Sortieranlage ist im Bundesland Mecklenburg-Vorpommern die Hansestadt Rostock der zentralste und logistisch bestgelegene Standort. Deswegen wird am Standort Rostock festgehalten und dort das Neubauvorhaben unter Berücksichtigung des Standes der Technik, der Brandschutzbestimmungen und der immissionsschutzrechtlichen Vorgaben realisiert.

Hinzu kommt, dass wir den Arbeitnehmern, die vor dem Brandereignis in der Sortieranlage beschäftigt waren und die durch den Anlagenbrand von heute auf morgen nicht mehr ihrer gewohnten Arbeit nachgehen konnten, wieder einen Arbeitsplatz in der Leichtverpackungssortierung an deren ursprünglichen Arbeitsort anbieten möchten. Diese Arbeitnehmer konnten vorübergehend überwiegend in anderen Betriebsstätten von Veolia eingesetzt werden.

Welche Veränderungen wird es geben?

Aus gegebenem Anlass muss das Betriebsgelände im Rahmen des Wiederaufbaus neu strukturiert werden. Im Einzelnen:

Anstatt nur einer Produktionshalle für Leichtverpackungsabfälle aus Haushaltungen und für Gewerbeabfälle, werden zeitnah zwei Hallen gebaut werden. In der ersten ca. 4.800 m² großen Halle wird die neue Sortieranlage installiert und die Leichtverpackungsabfälle angeliefert sowie sortiert. In der zweiten ca. 1.500 m² großen Halle werden Gewerbeabfälle angeliefert sowie verarbeitet. Für die Lagerung der Fertigprodukte werden überdachte Außenlager und zwei offene Lager für Wertstoffballen eingerichtet. Neue Lagerboxen für (ungefährliches) Holz, Sperrmüll und Bauabfälle entstehen ebenfalls.
Für die Mitarbeiter wird auf dem Betriebsgelände zudem ein neues Büro- und Sozialgebäude errichtet werden. Hierin werden sich die Büros für unser am Standort tätiges Verwaltungspersonal sowie Umkleideräume, Sanitärräume und Aufenthaltsräume für unser Produktionspersonal befinden.
Im Rahmen der Umstrukturierung des Betriebsgeländes müssen außerdem umfassende Tiefbauarbeiten, Flächenbefestigungen, die Umgestaltung der Zu-/Ausfahrt und die Verlegung der vorhandenen Fahrzeugwaagen erfolgen.

Alles in allem bleibt am Standort Up de Schnur 2 in 18146 Rostock kaum mehr “ein Stein auf dem anderen”, sondern wird das Betriebsgelände eine massive baulichen Veränderung widerfahren.

Betriebsgelände Rostock LVP Wiederaufbau
Visualisierung des Standortes Up de Schnur 2 in Rostock nach Wiederaufbau. Grafik: PMR Projektmanagement Rostock
Wann startet der Bau und wann ist er beendet?

Es erfolgte bereits der Abbruch der zerstörten alten Produktionshalle und der vernichteten Sortiertechnik. Aktuell wird die Bodenplatte der alten Produktionshalle abgebrochen. Daran wird sich unmittelbar der Abriss des alten Sozial- und Verwaltungsgebäudes anschließen. Parallel finden an der östlichen Seite des Betriebsgeländes bereits die ersten Tiefbauarbeiten für das Verlegen von Leitungen und die Herstellung von Oberflächenbefestigungen statt.

Im Sommer 2019 soll planmäßig der Beginn des Hallenbaus sein. Zuerst wird die Halle für die Sortieranlage für Leichtverpackungsabfälle gebaut. Nach dem aktuellen Zeitplan soll spätestens Anfang des Jahres 2020 der Aufbau der Sortiertechnik in der Halle erfolgen. Mitte 2020 soll die neue Sortieranlage für Leichtverpackungsabfälle schließlich in Betrieb gehen.
Alle anderen baulichen Anlagen (Hochbau / Tiefbau) werden parallel errichtet und mit deren Fertigstellung ist ebenfalls spätestens Mitte 2020 zu rechnen.  

Wofür wurde der Standort früher genutzt und was wird künftig gemacht?

Bereits vor dem Brand im Juli 2018 wurden am Standort Up de Schnur 2 in Rostock im Wesentlichen Leichtverpackungsabfälle sortiert und nicht gefährliche Gewerbeabfälle für die thermische Verwertung aufbereitet. Daran wird sich zukünftig trotz der baulichen Veränderungen im Großen und Ganzen nichts ändern.

Welche Abfälle werden am Standort behandelt?

Aktuell findet auf dem Betriebsgelände trotz des Brandes weiterhin die Aufbereitung von nicht gefährlichen Gewerbeabfällen statt. Mit der Wiedererrichtung der Sortieranlage Mitte 2020 wird daneben wieder die Sortierung von Leichtverpackungsabfällen erfolgen. Die Verarbeitung der Gewerbeabfälle erfolgt dann in der zweiten neu zu errichtenden Halle.

Was wird getan, um einen weiteren Brand möglichst zu verhindern und nötigenfalls bekämpfen zu können?

Im Wiederaufbauprojekt werden im Rahmen der gültigen Gesetze, anwendbaren Vorschriften und erwarteten behördlichen Auflagen bzw. Anordnungen diverse Brandschutzmaßnahmen bzw. -vorkehrungen berücksichtigt und umgesetzt. Beispielsweise sind mehrere Brandschutzwände geplant, um einen Feuerüberschlag auf andere Anlagenbereiche zu verhindern, und die Lagerbereiche werden brandschutzgerecht ausgebildet. Hinzu kommen Vorkehrungen, damit im (hoffentlich nicht wieder eintretenden) Bedarfsfall ausreichend Löschwasser vorgehalten und auf dem Gelände zurückgehalten wird. Ferner werden das Erfordernis für Maßnahmen bzw. die Möglichkeiten zum Schutz der Sortieranlage selbst geprüft und abgestimmt.

Was ändert sich für Anwohner?

Das Bauvorhaben wird unter Berücksichtigung des Standes der Technik, aktueller Brandschutzbestimmungen und der immissionsschutzrechtlichen Vorgaben realisiert. Der Betriebszweck und die am Standort behandelten Abfallfraktionen werden unverändert bleiben. Dementsprechend sind im Vergleich zur vorherigen Situation auch keine negativen Veränderungen für Anwohner und Anlieger zu erwarten.

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