Der Altpapiermarkt verändert sich. Während klassische Printmedien zurückgehen, ersetzt Papier nach und nach das Plastik in Verpackungen. Damit steigt die Menge an Faserverbunden im Altpapier-Stoffstrom. Für Recyclingunternehmen und die Papierindustrie wird die Qualitätssicherung zur zentralen Herausforderung.
Neue Verpackungen, neue Probleme
Immer mehr Faserverbunde, also Materialien, die Papier mit Kunststoff, Aluminium oder anderen Stoffen kombinieren, landen in der Papiertonne. Coffee-to-Go-Becher und beschichtete Lebensmittelverpackungen sehen aus wie Papier, sind aber für das klassische Altpapier-Recycling problematisch. Die Kunststoffbeschichtungen lösen sich im Recyclingprozess nicht auf, verkleben Maschinen und Siebe in den Papierfabriken und verunreinigen die gesamte Altpapier-Charge. Im schlimmsten Fall muss die komplette Produktion gestoppt werden.
Die Konsequenz: Tonnen von eigentlich recycelbarem Altpapier landen im Müll, weil ein paar beschichtete Verpackungen dazwischen waren.
Warum Faserverbunde zunehmen
Der Trend ist nachvollziehbar und oft nachhaltig motiviert. Hersteller ersetzen reine Kunststoffverpackungen durch papierbasierte Alternativen, um ihre Verpackungen nachhaltiger zu machen. Andererseits reicht die Eigenschaft von Papier als alleiniger Produktschutz oft nicht aus. Verpackungen für sensible Produkte benötigen zusätzlich eine Schutzschicht, die sogenannte Barriere.
Wichtig: Die Entwicklung hin zu papierbasierten Verpackungen ist grundsätzlich positiv. Die Herausforderung liegt im recyclinggerechten Design sowie der korrekten Erfassung und Verwertung.
Das Recycling-Paradox
Während die gesetzlichen Vorgaben die Recyclingquoten drastisch verschärfen, führt die Flut an neuen Verbundmaterialien zu weiteren Fehlwürfen im Altpapier. Die klassischen Erfassungssysteme und Standard-Papieranlagen werden mit Materialien konfrontiert, die im Designprozess nicht für das Papierrecycling optimiert wurden.
Die Auswirkungen
- Für Sammler und Sortierer: Höherer Aufwand, zusätzliche Kosten, Qualitätsverlust
- Für Papierfabriken: Verunreinigungen, höherer Energieaufwand, Produktionsausfälle
- Für die Kreislaufwirtschaft: Sinkende Recyclingquoten, höhere Kosten, gefährdete Wirtschaftlichkeit
Lösungsansätze
Durch Design for Recycling sollten Verpackungen von Anfang an so entworfen werden, dass sie am Ende recyclingfähig sind. Optimierte Sortier- und Verwertungstechnologien steigern die Effizienz in der Entsorgungsbranche. Durch klare Kommunikation zur Mülltrennung an die Endverbraucher werden Fehlwürfe verringert. Regulatorische Rahmenbedingungen mit klaren Standards für die Recyclingfähigkeit fördern die Kreislaufwirtschaft.
Handlungsempfehlungen für Ihr Unternehmen
Wenn Sie Verpackungen herstellen oder in Verkehr bringen:
- Prüfen Sie Ihre Verpackungen auf Recyclingfähigkeit
- Setzen Sie auf monomateriale Lösungen, wo möglich
- Kennzeichnen Sie klar, wie Ihre Verpackungen zu entsorgen sind
- Arbeiten Sie mit Recyclingunternehmen zusammen
Wie geht Ihr Unternehmen die Herausforderung Faserverbunde an? Setzen Sie bereits auf Design for Recycling oder optimierte Trennprozesse? Wir unterstützen Sie gerne bei der Entwicklung recycelbarer Verpackungen.
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