Rückgewinnung von Ressourcen

Die Betreiber von Kläranlagen stehen vor einer riesigen Herausforderung: Sie sind per Gesetz verpflichtet, Phosphor aus dem Klärschlamm zurückzugewinnen. Für Anlagen mit einer Kapazität von mehr als 100 000 Einwohnerwerten gilt dies ab 2029. Für kleinere Anlagen mit mehr als 50 000 Einwohnerwerten besteht bis 2032 Handlungsbedarf. Doch schon bis 2023 will der Gesetzgeber ein Konzept sehen.

Veolia unterstützt die Kläranlagenbetreiber und entwickelt mit ihnen gemeinsam eine zukunftsfähige Strategie für die Klärschlammentsorgung sowie Phosphorrückgewinnung. Dafür bietet Veolia sowohl technische Lösungen, um den wichtigen Rohstoff noch auf der Kläranlage direkt aus dem Abwasser zurückzugewinnen als auch nach einer Monoverbrennung aus der Klärschlammasche. Als Betreiber von knapp 30 Monoverbrennungsanlagen vor allem in Europa besitzt Veolia auf diesem Gebiet einen enormen Erfahrungsschatz.

 

Veolia Klärschlammverwertung Deutschland GmbH
Nordstr. 15
04420 Markranstädt

Tel.: 0341 241 76-403
[email protected]

Veolia befürwortet einen ganzheitlichen Ansatz bei der Phosphorrückgewinnung. Welche Methode zum Einsatz kommt, richtet sich nach der Region, der Schlammqualität und dem Phosphorgehalt.
Laurent Hequet
Geschäftsführer Veolia Deutschland GmbH

Phosphorrückgewinnung aus Asche

Bisher wird die Asche nach der Klärschlamm-Verbrennung deponiert und nicht weiter verwertet. Seit längerem forscht Veolia allerdings an technologischen Ansätzen für eine wirtschaftliche Phosphorrückgewinnung aus der Asche, insbesondere für phosphorreiche Schlämme. Aktuell laufen Tests, um Phosphor aus Monoverbrennungsaschen kostengünstig zu recyceln, um den Rohstoff in den Kreislauf zurückzuführen.

Beispielsweise mit  dem vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) innerhalb der Fördermaßnahme „Regionales Phosphor-Recycling" (RePhoR)“ unterstützten Forschungsprojekt DreiSATS setzt Veolia im "Mitteldeutschen Dreiländereck" darauf, dass Klärschlämme regional thermisch in dezentralen Klärschlamm-Verbrennungsanlagen mit geringerer Leistung und vorgeschalteter Trocknung verwertet sowie Phosphor wirtschaftlich recycelt und marktfähige Düngerprodukte in gleichbleibend guter Qualität und Menge erzeugt und sowohl regional als auch überregional verwertet werden können. Ein wichtiger Ansatz des Projektes, bei dem Veolia als projektkoordinator gemeinsam mit den Projektpartnern Carbotechnik GmbH, LTC Lufttechnik Crimmitschau GmbH, Pontes Pabuli GmbH sowie den Forschungseinrichtungen Fraunhofer IKTS und MFPA Materialforschungs- und -Prüfanstalt an der Bauhaus-Universität Weimar zusammenarbeitet, ist die Abtrennung/Reduktion von Schwermetallen direkt während der Verbrennung nach dem Pontes Pabuli Verfahren. Dadurch entsteht eine hohe Produktsicherheit unabhängig von den Eigenschaften der Input-Schlämme und erlaubt gleichzeitig Flexibilität in der Einstellung des technischen und betriebswirtschaftlichen Optimums der Prozessführung.

Anfallende Klärschlämme können so mit einem möglichst geringen Transportaufwand regional und nachhaltig verwertet, Schadstoffemissionen reduziert und regionale Nährstoffkreisläufe geschlossen werden. 

Mehr Informationen zu DreiSATS unter www.dreisats.de


PhosForce - Nachhaltige Phosphor-Rückgewinnung direkt aus dem Abwasser

Mit PhosForce hat Veolia ein technologisches Verfahren zur Phosphorrückgewinnung entwickelt, das Kläranlagenbetreiber in die Lage versetzt, mehr als die Hälfte des im Abwasserstrom enthaltenen Phosphors direkt auf der Kläranlage zurückzugewinnen und gleichzeitig die Abläufe auf einer Kläranlage zu optimieren. Das mit Unterstützung des EU-Partners EIT Raw Materials entwickelte Verfahren wurde bereits auf der Kläranlage in Schönebeck (Elbe)  getestet. Nach dieser Methode wird der Klärschlamm vor der Faulung einer biologischen Versäuerung zugeführt. Durch die Zugabe von Substraten oder Chemikalien in geringer Menge sinkt der pH-Wert auf einen Wert zwischen 5,5 und 4. Auf diese Weise lässt sich bereits innerhalb weniger Tage eine große Menge Phosphor vom Abwasser trennen und ist letztlich in gelöster Form im Zentrat enthalten. In einem StruviaTM-Lamellendekanter erfolgt schließlich die Ausfällung des Phosphats. Auf diesem Weg entsteht ein pflanzenverfügbarer Dünger in Form von Struvit (Magnesium-basiert) oder Brushit (Calcium-basiert).

Zur Entwicklung der PhosForce-Technologie konnten auch Versuche aus dem durch Veolia unterstützen Phos4You-Projekt beitragen. Insbesondere wurde die biologische Versäuerung durch weitere Labor- und Pilotversuche auf drei Kläranlagen in Frankreich erprobt. Das Phos4You-Projekt wird im Rahmen des Programms INTERREG V B Nordwesteuropa (2014-2020) von der EU gefördert.

 PhosForce wird gefördert durch: