Glas ist ein Paradebeispiel für einen Wertstoff, der nahezu unendlich recycelt werden kann, ohne an Qualität zu verlieren. Doch rund um die Entsorgung von Glas halten sich hartnäckig einige Mythen, die das Recycling erschweren und die Effizienz in Ihrem Betrieb mindern können.
Lassen Sie uns drei dieser gängigen Irrtümer im Glasrecycling aufklären und Ihnen zeigen, wie Sie Ihr Glas optimal entsorgen.
Mythos 1: "Alle Glasfarben können zusammen in einen Container."
Die Wahrheit: Dies ist einer der häufigsten und schädlichsten Irrtümer. Für ein hochwertiges Glasrecycling ist die Trennung nach Farben absolut entscheidend.
Warum ist das so?
Altglas wird nach Farben sortiert gesammelt (auch in den Fahrzeugen) und nach Farbe eingeschmolzen, um daraus wieder neues Glas der gleichen Farbe herzustellen. Grünglas kann einen gewissen Anteil an Braun- oder Weißglas "schlucken", ohne dass die Farbe beeinträchtigt wird. Weißglas hingegen muss absolut farbrein sein, da schon kleinste Mengen farbigen Glases die Qualität mindern und das neue Weißglas verfärben würden. Braun- und Grünglas können ebenfalls nicht aus Weißglas hergestellt werden.
Was bedeutet das für Ihr Unternehmen?
Wenn Sie alle Glasfarben mischen, wird das gesamte Gemisch im besten Fall zu Grünglas recycelt, da dieses die meisten Farbtoleranzen aufweist. Im schlimmsten Fall kann eine zu starke Vermischung die gesamte Charge unbrauchbar machen oder den Recyclingprozess erheblich verteuern, da aufwendige Sortierschritte notwendig werden. Das ist eine verpasste Chance für hochwertiges Recycling und kann Ihre Entsorgungskosten erhöhen.
Mythos 2: "Fensterglas, Trinkgläser oder Keramik gehören auch ins Altglas."
Die Wahrheit: Nein, diese Materialien haben im Altglascontainer nichts zu suchen! Auch wenn sie auf den ersten Blick wie Glas aussehen, unterscheiden sie sich chemisch und physikalisch erheblich von Verpackungsglas.
Warum ist das so?
Fensterglas (Flachglas), Trinkgläser, Vasen, Spiegel, Glühbirnen, Porzellan, Keramik oder Steingut haben eine andere chemische Zusammensetzung und vor allem einen höheren Schmelzpunkt als Verpackungsglas. Werden diese Materialien mit dem Altglas eingeschmolzen, schmelzen sie nicht vollständig oder bilden sogenannte "Einschlüsse" oder "Steinchen" im neuen Glas. Diese Verunreinigungen machen das neue Glas unbrauchbar oder führen zu Sollbruchstellen.
Was bedeutet das für Ihr Unternhemen?
Ein einziger Keramikteller kann eine ganze Charge Altglas verunreinigen und damit das Recycling verhindern. Dies führt zu Mehraufwand und Kosten für den Recycler und letztlich auch für Sie. Informieren Sie Ihre Mitarbeiter darüber, dass nur Verpackungsglas (Flaschen, Konservengläser) in die Altglascontainer gehört. Für Fensterglas, Spiegel oder Keramik gibt es separate Entsorgungswege (z.B. Bauschutt, AzV oder Wertstoffhöfe). Defekte Trinkgläser gehören übrigens auch in den AzV.
Mythos 3: "Etiketten und Deckel müssen nicht entfernt werden, das macht die Anlage."
Die Wahrheit: Moderne Recyclinganlagen sind tatsächlich sehr leistungsfähig und können die meisten Papieretiketten sowie kleine Metall- und Kunststoffdeckel während des Aufbereitungsprozesses entfernen. Eine hundertprozentige Entfernung ist jedoch nicht immer gewährleistet, und bestimmte Verschlüsse können Probleme bereiten.
Warum ist das so?
Papieretiketten verbrennen in der Regel bei hohen Schmelztemperaturen. Kleine Metall- und Kunststoffdeckel werden durch spezielle Sortieranlagen (z.B. Magnetabscheider für Metalle, Windsichter für Kunststoffe) aussortiert. Problematisch werden jedoch größere oder schwerere Verschlüsse aus Kunststoff, Keramik oder Kork, die nicht zuverlässig entfernt werden können und dann als Störstoffe im Schmelzprozess landen. Auch stark anhaftende Klebereste können die Qualität mindern.
Was bedeutet das für Ihr Unternehmen?
Während Sie sich bei kleinen Papieretiketten und den meisten Schraubverschlüssen keine großen Sorgen machen müssen, ist es dennoch ratsam, größere oder ungewöhnliche Verschlüsse (z.B. Bügelverschlüsse, Keramikkappen, Korken) zu entfernen. Das Spülen der Gläser ist übrigens nicht notwendig – "löffelrein" reicht völlig aus, um Geruchsbildung zu vermeiden.
Indem Sie diese Mythen über Glasrecycling entlarven und die richtigen Entsorgungswege wählen, tragen Sie aktiv zum Umweltschutz bei und optimieren auch Ihre betrieblichen Abläufe und Kosten.
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