Lieferkettensorgfaltspflichtengesetz: Wie KMU von Sorgfaltspflichten profitieren können

Die regulatorischen Anforderungen an Lieferketten haben sich grundlegend verändert. Das deutsche Lieferkettensorgfaltspflichtengesetz (LkSG) gilt seit 2024 bereits ab 1.000 Beschäftigten. Die europäische Corporate Sustainability Due Diligence Directive (CSDDD) erweitert diese Pflichten schrittweise ab 2027 auf weitere Unternehmen – beginnend bei über 5.000 Mitarbeitenden und 1,5 Milliarden Euro Umsatz.

4 kleine Holzwürfel nebeneinander mit Nachhaltigkeitssymbolen darauf

Doch was bedeutet das für Sie als kleines oder mittelständisches Unternehmen? 

Auch Sie sind indirekt von den Gesetzen betroffen, da Sie ein wichtiger Bestandteil der Lieferketten größerer, berichtspflichtiger Unternehmen sind. Als Zulieferer werden Sie zunehmend mit Anfragen von Geschäftspartnern zu Ihren Nachhaltigkeitsstandards konfrontiert, da sie nachweisen müssen, dass ihre gesamte Lieferkette den gesetzlichen Anforderungen des LkSG entspricht. Dadurch bietet sich Ihnen die Möglichkeit, sich als verantwortungsvoller Partner zu positionieren und entscheidende Wettbewerbsvorteile zu sichern, indem Sie nach dem freiwilligen VSME Standard berichten.

Praktische Tipps, wie Sie sich als nachhaltigen Partner positionieren

1. Transparenz durch digitale Präsenz schaffen

Machen Sie Ihre Nachhaltigkeitsbemühungen sichtbar, indem Sie wichtige Dokumente auf Ihrer Website veröffentlichen:

  • Grundsatzerklärung zu Menschenrechten und Umwelt: Formulieren Sie Ihre Verpflichtung zur Einhaltung von Menschenrechten, fairen Arbeitsbedingungen und Umweltschutz.
  • Verhaltenskodex (Code of Conduct): Legen Sie dar, welche ethischen und ökologischen Grundsätze in Ihrem Unternehmen gelten.
  • Zertifikate und Mitgliedschaften: Präsentieren Sie relevante Zertifizierungen (z.B. ISO 14001, ISO 45001).

Warum ist das wichtig? Bewertungsportale für die Nachhaltigkeit von Unternehmen scannen Unternehmenswebsites automatisch nach solchen Informationen. Je besser Sie dokumentiert sind, desto höher fällt Ihre Bewertung aus und desto attraktiver werden Sie für potenzielle Auftraggeber.

 

2. Emissionsreduktionsplan entwickeln und umsetzen

Die Treibhausgasemissionen Ihres Unternehmens fließen in die Scope-3-Bilanz Ihrer Kunden ein. Scope 3 umfasst alle indirekten Emissionen entlang der Wertschöpfungskette und kann bis zu 70-90 % der Gesamtemissionen ausmachen. Große Unternehmen erwarten daher von ihren Lieferanten entsprechende Maßnahmen.

So gehen Sie vor:

  • Erfassen Sie Ihre Emissionen: Beginnen Sie mit einer Bestandsaufnahme Ihrer wichtigsten Emissionsquellen. Ihre Emissionen bei der Entsorgung durch Veolia können Sie in unserem Tool ECO₂CHECK dokumentieren.
  • Definieren Sie messbare Reduktionsziele.
  • Entwickeln Sie einen Maßnahmenplan.
  • Dokumentieren Sie Ihre Fortschritte: Erfassen Sie regelmäßig Ihre Emissionsdaten und kommunizieren Sie Ihre Erfolge.

 

3. Lieferantenmanagement professionalisieren

Auch Sie haben Lieferanten, deren Praktiken auf Sie zurückfallen. Etablieren Sie ein systematisches Lieferantenmanagement:

  • Führen Sie Risikoanalysen durch und identifizieren Sie Hochrisikolieferanten
  • Entwickeln Sie einen Lieferantenkodex und fordern Sie entsprechende Selbstauskünfte
  • Führen Sie Dialoge mit Ihren Lieferanten über Nachhaltigkeitsthemen
  • Dokumentieren Sie Ihre Auswahlprozesse

 

4. Mitarbeitende einbinden und Arbeitssicherheit gewährleisten

Ihre Mitarbeitenden sind der Schlüssel zur erfolgreichen Umsetzung:

  • Schulen Sie Ihr Team zu Nachhaltigkeitsthemen und Menschenrechten
  • Etablieren Sie Meldekanäle für Bedenken oder Verstöße
  • Implementieren Sie ein Arbeitsschutzmanagementsystem nach ISO 45001
  • Beziehen Sie externe Partner und Subunternehmer in Ihre Sicherheitsstandards ein

 

Lieferkettensorgfaltspflichtengesetz als Chance

Die Sorgfaltspflichten bieten KMU erhebliche Chancen. Sie können sich als verantwortungsvollen Partner positionieren und ihre Wettbewerbsfähigkeit stärken. Gleichzeitig leisten Sie einen wichtigen Beitrag zu einer nachhaltigeren Wirtschaft.

Der Schlüssel liegt darin, systematisch vorzugehen, die eigenen Bemühungen transparent zu machen und kontinuierlich an Verbesserungen zu arbeiten. Doch behalten Sie im Hinterkopf, dass die Anforderungen Ihrer großen Kunden Ihnen gegenüber unter der Bedingung der Verhältnismäßigkeit stehen. Sie müssen nur nachweisen, was Ihnen in Ihrer Unternehmensgröße möglich ist.

 

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✓ ISO 9001:2015 | ISO 37.001:2016 | ISO 45.000:2018 | ISO 50.001:2018