Die effiziente und nachhaltige Entsorgung von Abfällen ist für Industrie- und Gewerbeunternehmen längst mehr als eine reine Pflichtaufgabe. Steigende Entsorgungskosten, komplexere gesetzliche Anforderungen und wachsende Erwartungen an Nachhaltigkeit machen das Thema zu einem strategischen Faktor. Doch wie lassen sich Entsorgungsprozesse am besten organisieren – zentral oder dezentral? Welche Vor- und Nachteile bieten die unterschiedlichen Modelle, und worauf sollten Unternehmen bei der Entscheidung achten?
Darüber haben wir mit Claudia Sötje, Key Account Managerin der Veolia Umweltservice & Consulting GmbH, gesprochen. Im Interview teilt sie ihre Einschätzungen und gibt praxisnahe Empfehlungen für Unternehmen.
Veolutions: Was versteht man genau unter zentralem und dezentralem Entsorgungsmanagement, und worin unterscheiden sich die beiden Ansätze in der Praxis?
Claudia: Beim zentralen Abfallmanagement wird die gesamte Organisation und Steuerung der Abfallentsorgung über eine zentrale Stelle abgewickelt. Das bedeutet, es gibt einen Hauptansprechpartner, der alle Prozesse koordiniert, Verträge verwaltet und die Kommunikation bündelt. Beim dezentralen Abfallmanagement hingegen wird die Entsorgung auf lokaler Ebene organisiert. Jede Niederlassung oder jeder Standort kümmert sich eigenständig um die Auswahl der Entsorger, Vertragsgestaltung und Umsetzung.
Veolutions: Welche Faktoren sollten Unternehmen berücksichtigen, um zu entscheiden, ob ein zentrales oder dezentrales Entsorgungsmanagement besser passt?
Claudia: Ob zentral oder dezentral sinnvoller ist, hängt stark von der Unternehmensstruktur ab.
Für Unternehmen mit vielen Standorten, großen Abfallmengen oder komplexen regulatorischen Anforderungen lohnt sich in der Regel ein zentrales Management. Gleichsam ist es für Unternehmen interessant, die eine zentrale Abfallstrategie und standardisierte Prozesse verfolgen. So behalten sie den Überblick und nutzen Skaleneffekte.
Kleinere Unternehmen oder Betriebe mit nur einem oder wenigen Standorten profitieren dagegen häufig von einem dezentralen Ansatz, insbesondere wenn lokale Marktbedingungen besonders vorteilhaft sind oder eine hohe Flexibilität gefragt ist.
Entscheidend ist am Ende, die Entsorgungsstrategie eng mit den eigenen Prozessen, Ressourcen und Nachhaltigkeitszielen abzugleichen.
Bundesweites Abfallmanagement
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Veolutions: Die Vorteile der jeweiligen Variante sind bereits durch geklungen. Könntest du uns die Vor- und Nachteile noch einmal genauer benennen?
Claudia: Ja, gerne. Das zentrale Modell bietet einige klare Vorteile. Zum einen gibt es einen zentralen Ansprechpartner innerhalb des Unternehmens für Abfallmanagement. Dieser hat die benötigten zeitlichen Kapazitäten, was die Kommunikation und Koordination deutlich vereinfacht. So wird das Know-how gebündelt, um Best Practices leichter übertragen zu können. Dies gilt beispielsweise für spezifische Stoffströme oder technische Ausstattung. Über eine zentrale Stelle lassen sich standardisierte Daten, Statistiken und KPIs dokumentieren. Auch gesetzliche Änderungen können konzeptionell und einheitlich umgesetzt werden. Bei einem zentralen Abfallmanagement lassen sich Compliance-Aspekte und die Efb-Zertifizierung eines zentralen Partners einfacher gewährleisten. Zudem entstehen oft Kostenvorteile durch die Bündelung von Vermarktungsvolumen oder Kontingenten in Verwertungsanlagen.
Kommen wir zu möglichen Einschränkungen. Beim zentralen Modell besteht die Gefahr, dass die individuelle Situation eines Standorts dabei manchmal zu wenig berücksichtigt wird. Außerdem erfordert es einen höheren organisatorischen Aufwand in der Koordination, da der Experte nicht permanent vor Ort greifbar ist.
Bei einem dezentralen Modell kann es sein, dass lokal bessere Konditionen erzielt werden, zum Beispiel durch die Nähe zu bestimmten Verwertungsanlagen oder regionalen Marktgegebenheiten. Vor allem machen dezentrale Strukturen dort Sinn, wo sich eine Zentralisierung nicht lohnt, aufgrund der Unternehmensmerkmale.
Das dezentrale Modell kann dagegen zu höheren Kosten führen, weil Synergien ungenutzt bleiben. Auch Transparenz kann darunter leiden – gerade wenn mehrere Standorte unterschiedliche Dienstleister beauftragen und Daten nicht zusammengeführt werden.
Veolutions: Wenn sich ein Unternehmen für eine Variante entschieden hat, wie geht es dann weiter? Was sind die Herausforderungen bei der Einführung eines zentralen oder dezentralen Abfallmanagements?
Claudia: Beim dezentralen Modell ist die Abfallorganisation oft eine Zusatzaufgabe neben der eigentlichen Haupttätigkeit der Verantwortlichen. Dies kann zu Kapazitätsengpässen führen, da fachliches Know-How über die Abfallgesetzgebung und deren organisatorische Umsetzung gewährleistet sein muss, um das Unternehmen compliant zu halten. Schon allein die Auswahl und Überprüfung geeigneter Entsorgungspartner, die über entsprechende Efb-Zertifizierungen verfügen sollten, stellt einen nicht unerheblichen Aufwand dar. Um diesen Aufwand für Sie so gering wie möglich zu halten, unterstützten Sie hier die ReConsult-Experten, indem sie sich um das Management Ihrer dezentralen Entsorgung und dessen reibungslosen Ablauf kümmern. Die ReConsult-Experten fungieren als zentrale Ansprechpartner rund um alle Entsorgungsfragen.
Beim zentralen Modell liegt die Herausforderung dagegen in der initialen Umstellung und der Abstimmung aller Standorte auf ein einheitliches System. Auch hier kann Sie Veolia unterstützen. Die Veolia Umweltservice & Consulting GmbH begleitet unsere Kunden mit einem persönlichen Account Manager durch diesen Onboarding-Prozess. Wir erstellen unter anderem Ihr Entsorgungskonzept, kümmern uns um die Umsetzung und stehen in Verbindung mit den operativen Entsorgungspartnern. Neben der digitalen Portal-Lösung zur strukturierten und transparenten Abwicklung von Entsorgungsprozessen steht Ihnen jederzeit ein kompetentes Team aus Account Manager und Kundenservice als persönliche Problemlöser zur Seite.
Egal für welches Modell Sie sich entscheiden, wir stehen Ihnen zur Verfügung.
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Unser Angebot im Überblick:
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Ihr Weg zu einem nachhaltigen und zentralisierten Abfallmanagement:
- Analyse der Abfälle und der Transportlogistik
- Optimierung Ihres Abfallcontainer und -logistikkonzepts
- Verbesserung Ihrer Abfallsortierung vor Ort für ein optimales Recycling
- Bündelung und Vermarktung von Wertstoffen
- Optimierung der Transportlogistik
- Individuell entwickelte Abfallmanagement-Kennzahlen, um auf Kurs zu bleiben
- Benchmarking von Standorten
- Nachweispflichten erfüllen
Ihr Ansprechpartner:
Claudia Sötje
Key Account Managerin Veolia Umweltservice & Consulting GmbH
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