KI-Anwendungen bei Veolia

KI für Infrastruktur und Effizienz
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 📅  Veröffentlicht: 04. Mai 2026

Aus Daten wird Verantwortung

Weniger Kosten, mehr Klimaschutz: wie Veolia mit KI-Lösungen dazu beiträgt, kommunale und industrielle Infrastrukturen zukunftssicher zu machen. 

Wie verwendet Veolia Daten als Grundlage für Echtzeit-Entscheidungen und mehr Effizienz? Über diese und weitere Fragen spricht Veolia Innovationsmanager Boris Lesjean in diesem Interview. Sein Fokus liegt darauf, globale Neuerungen auf die spezifischen Bedarfe des deutschen Marktes zuzuschneiden – immer mit dem Ziel, dass KI-Lösungen einen messbaren ökologischen und ökonomischen Mehrwert bieten.

SOLUTIONS: Viele Unternehmen setzen KI ein, um Kosten zu senken oder Prozesse zu automatisieren. Was unterscheidet Veolias Ansatz von diesem Mainstream-­Verständnis?

Boris Lesjean: Unsere Philosophie folgt nicht dem Selbstzweck der Technologie, sondern dem Ziel der ökologischen Transformation. Deshalb investiert die Veolia Gruppe im Rahmen des Strategie-Programms „GreenUp“ umfangreich in den Einsatz von KI. Wir betrachten KI als einen „Augmented-Employee-Ansatz“: Wir wollen unsere Fachkräfte vor Ort nicht ersetzen, sondern ihre Expertise durch Datenintelligenz verstärken. In einer Zeit des massiven Fachkräftemangels in Deutschland ist dies ein entscheidender strategischer Vorteil.

Dabei setzen wir auf eine duale Strategie: Einerseits nutzen wir interne Eigenentwicklungen wie Veolia SecureGPT, um eine sichere Wissensbasis für Mitarbeitende weltweit zu schaffen. Andererseits gehen wir gezielte strategische Allianzen ein – wie mit Mistral AI für unser System „Talk to My Plant“. Diese Kombination aus jahrzehntelanger Ingenieurserfahrung und der Agilität führender KI-Entwickler*innen erlaubt es uns, Lösungen zu schaffen, die sowohl technologisch führend als auch in der Praxis der Wasser-, Energie- oder Entsorgungswirtschaft absolut verlässlich sind. Es geht darum, menschliche Kreativität mit maschineller Präzision zu skalieren.

SOLUTIONS: Kommunen müssen ihre Infrastruktur zuverlässig betreiben, Klimaziele erfüllen – und das mit oft knappen Budgets. Wie verändert KI konkret die Art, wie Kommunen ihre Daseinsvorsorge managen können?

Boris Lesjean: Der entscheidende Hebel liegt in der Transformation vom reaktiven zum proaktiven Handeln. Früher haben wir auf Rohrbrüche oder Grenzwertüberschreitungen reagiert, wenn sie bereits eingetreten waren. Heute ermöglichen uns Technologien wie der digitale Zwilling oder prädiktive Algorithmen, Ereignisse zu simulieren, bevor sie geschehen.

Das bedeutet konkret: Belastungsspitzen in Kläranlagen vorherzusagen und die Gebläsesteuerung so zu regeln, dass wir Energie sparen und den CO2-Fußabdruck senken können. Im Bereich Trinkwasser erlaubt uns KI eine akustische Leckortung in Sekunden, für die früher Expertenteams tagelang suchen mussten. Im Energiemanagement eliminieren wir Ineffizienzen in Echtzeit. Und in der Abfallwirtschaft steuern wir die Reinheit von Stoffströmen durch visuelle Echtzeit-Analyse. Wir optimieren nicht mehr nur punktuell, sondern orchestrieren ganze Wertschöpfungsketten. Das ist der Schlüssel, um ökologische Ziele mit wirtschaftlicher Stabilität und langfristiger Budgetentlastung zu verbinden.

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Boris Lesjean, Innovationsmanager bei Veolia


„Der entscheidende Hebel liegt in der Transformation vom reaktiven zum proaktiven Handeln.“


SOLUTIONS: Wo liegt der konkrete Mehrwert von KI für Industrieunternehmen?

Boris Lesjean: Für Industrieunternehmen zählen vor allem drei Dinge: Versorgungssicherheit, Effizienz und Kostenoptimierung. Und genau hier entfaltet KI ihre größte Wirkung. Mit „Talk to My Plant“ können Anlagen heute per Sprache „befragt“ werden: Ingenieur*innen stellen eine Frage an die Anlage und erhalten in Echtzeit datenbasierte Antworten und Handlungsempfehlungen. Wir setzen „Talk to My Plant“ weltweit bereits an zwölf Veolia Standorten ein und arbeiten auch in Deutschland an ersten Pilotprojekten.

Für die Industrie bedeutet das: weniger ungeplante Stillstände durch vorausschauende Wartung, einen optimierten Energieeinsatz durch KI-gestützte Prozesssteuerung und eine deutlich höhere Anlagenverfügbarkeit. Was Veolia dabei einzigartig macht: Wir bringen nicht nur die Technologie, sondern auch jahrzehntelange Betriebserfahrung mit. Unsere KI-Lösungen werden nicht im Labor entwickelt, sondern direkt im laufenden Betrieb. Das macht den Unterschied zu einem reinen Technologieanbieter.

SOLUTIONS: KI in kritischer Infrastruktur erfordert Vertrauen. Wie stellt Veolia sicher, dass der KI-Einsatz verantwortungsvoll erfolgt?

Boris Lesjean: Technologische Leistungsfähigkeit allein reicht nicht aus – gerade weil wir in kritischen Infrastrukturen arbeiten, brauchen wir das Vertrauen von Öffentlichkeit, Kunden und Behörden. Deshalb folgen wir einem strikten, KRITIS-konformen Sicherheitskonzept: mit verschlüsselter Datenübertragung und dem Grundsatz, dass die Entscheidungsgewalt zwingend beim Anlagenbetreiber vor Ort verbleibt. Unsere KI-Systeme können in Echtzeit optimierte Steuerungsbefehle ausgeben – aber stets unter menschlicher Aufsicht und mit der jederzeitigen Möglichkeit des manuellen Eingriffs.

Auf strategischer Ebene verankern wir das durch unsere aktive Rolle in der globalen „Coalition for Sustainable AI“ und klare ethische Governance-Richtlinien. Diese Kombination aus maximaler technischer Sicherheit vor Ort und transparenten globalen Standards schafft das Vertrauen, das KI in kritischer Infrastruktur braucht – und das unsere Partner verdienen.

SOLUTIONS: Vielen Dank für diesen Einblick, Herr Lesjean.

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Möchten Sie erfahren, wel­che KI-Lösungen konkret zu Ihrer Infrastruktur passen?
Sprechen Sie mich an:

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/ AI-01 
/ Wasser

Ressourcenein­sparung durch den 
Digitalen Zwilling

Kläranlagen gehören zu den größten Energieverbrauchern in der kommunalen Infrastruktur. Die Gebläsesteuerung zur Kohlenstoff- und Stickstoffelimination und die Dosierung von Fällmitteln zur Phosphorentfernung sind manuell kaum auf optimalem Wirkungsgrad zu halten.

In Kooperation mit dem Technologieunternehmen purecontrol setzt Veolia lernende KI-Modelle ein, die den Anlagenbetrieb vorausschauend simulieren und in Echtzeit optimieren. „Durch die dynamische Anpassung an tatsächliche Belastungen erzielen wir Energieeinsparungen von bis zu 10 Prozent und können den CO2-Fußabdruck der Abwasserbehandlung um bis zu 60 Prozent reduzieren. Zudem lässt sich der Chemikalienverbrauch bei gleichbleibend hoher Reinigungsleistung deutlich minimieren“, berichtet Damien Cazalet, Experte für Kläranlagenbetrieb bei Veolia Wasser Deutschland.

In Frankreich läuft die KI bereits auf 400 Kläranlagen. In Deutschland ist sie aktuell in Bad Lausick (Sachsen), Gefrees (Bayern) und Schönebeck (Elbe) im Einsatz – mit einem KRITIS-konformen Sicherheitskonzept, das die Entscheidungsgewalt lokal beim Betreiber belässt.
 

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Übersicht: Reduktion des Energie- und Chemikalienverbrauchs durch Echtzeit-Anpassung

 


/ AI-02 
/ Wasser

Präzise Leckageortung mit dem „Leak-Tracker“

Unentdeckte Lecks in Trinkwassernetzen verschwenden wertvolle Ressourcen und verursachen teure Folgeschäden. Die herkömmliche Ortung erfordert hochspezialisiertes Personal und oftmals eine aufwendige Suche.

Veolia testet aktuell in Grimma, Frohburg, Döbeln und Oschatz (Sachsen) den „Leak-Tracker“: Über ein Mikrofon, das an ein Smart­phone angeschlossen ist, analysiert die KI die Geräusche in Trinkwasserleitungen. In weniger als 20 Sekunden erkennt sie damit etwa 98 Prozent der Rohrschäden. „Wenn sich die Ergebnisse in der Praxis bestätigen, haben wir ein großartiges Werkzeug, um Leckagen noch unkomplizierter und schneller zu finden. Dies schont kommunale Budgets und sichert die wertvolle Ressource Trinkwasser“, betont Veolia Projektleiter Jan Körber.
 

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Übersicht: Sekundenschnelle Erkennung von 98 % der Rohrschäden im Trinkwassernetz


/ AI-03 
/ Wasser

Effizienter Kundendialog mit Voicebot KLARA

Jährliche Arbeitsspitzen bei der Zählerstandserfassung binden enorme personelle Ressourcen. Veolias KI-gestützter Voicebot KLARA erfasst Zählerstände am Telefon – sogar bis zu acht gleichzeitig –, plausibilisiert diese und überträgt sie direkt ins SAP-Abrechnungssystem. Das führt zu spürbaren Entlastungen im Kundendienst. Hinzu kommt: KLARA ist rund um die Uhr erreichbar – ohne Wartezeit für die Bürgerinnen und Bürger.
 

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Übersicht: Automatische Erfassung der Zählerstände inklusive Übertragung ins Abrechnungssyste

 


/ AI-04 
/ Entsorgung

Intelligente Störstofferkennung in Tonne und Container

Fehlwürfe erschweren die Abfall­verwertung und gefährden Personal. Veolia setzt daher gemeinsam mit Lixo auf KI: Bereits 2024 wurden in Lille (Frankreich) elf Sammelfahrzeuge mit intelligenten Sensoren ausgestattet, die den Behälterinhalt während der regulären Abfuhr erfassen.

Die KI analysiert die Abfallzusammensetzung mit 95 Prozent Präzision, erkennt Sortierfehler und schlägt bei gefährlichen Abfällen – etwa Lachgasflaschen – sofort Alarm. Aus den gewonnenen Daten erstellt Veolia detaillierte Kartierungen, die Kommunen gezielte Korrekturmaßnahmen direkt am Ursprung ermöglichen – datenbasiert, effizient und nachhaltig.

Auch im B2B-Bereich nutzt Veolia KI-Kameras an Industriecontai­nern, die über 30 Abfallfamilien in Echtzeit analysieren. Unternehmen erhalten so personalisierte Berichte, Unterstützung bei Nachweispflichten und maßgeschneiderte Empfehlungen zur Effizienzsteigerung. 
 

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Übersicht: Echtzeit-Analyse von Abfalltonneninhalt


/ AI-05 
/ Energie

Smart Operations mit EnEffCo® von ÖKOTEC

EnEffCo® ist eine integrierte Software-Lösung der Veolia Tochter ÖKOTEC zum intelligenten Datenmanagement für Energieeffizienz, Energiemanagement, Prozessoptimierung und Dekarbonisierung. Die Plattform sammelt, bereinigt und kontextualisiert Daten für über 1.500 Industriestandorte weltweit.

„Wir erschließen die nächste Welle der Produktivitätssteigerung und Dekarbonisierung, indem wir maschinelle Intelligenz in die Produktionsprozesse integrieren. Industriekunden stärken so ihre Wettbewerbsfähigkeit und Resilienz gegenüber schwankenden Energiepreisen“, erklärt Dr. Hans Rüdiger Lange Head of EnEffCo® Technology & Product Management bei ÖKOTEC.
 

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Übersicht: Nutzung von maschinellem Lernen, um Energiedaten intelligent auszuwerten und Industrieprozesse gezielt zu optimieren

Zahlen und Fakten
Veolia SOLUTIONS 2026 KI-Anwendungen bei Veolia Logo Coalition for Sustainable AI


Die Coalition for Sustainable AI ist eine internationale Initiative, die den Einsatz und die Weiterentwicklung von Künstlicher Intelligenz stärker an ökologischen Zielen ausrichten will. Im Mittelpunkt stehen zwei Fragen: 

Wie lässt sich der Energie- und Ressourcenverbrauch von KI begrenzen?
Wie kann KI zugleich helfen, Dekarbonisierung, Umwelt- und Ressourcenschutz voranzubringen? 

Die Coalition bringt dafür Akteure aus Politik, Wirtschaft, Wissenschaft und internationalen Organisationen zusammen und fördert den Austausch über gemeinsame Prinzipien, Standards und konkrete Anwendungsfelder für eine verantwortungsvolle und nachhaltige KI.

Weitere Informationen erhalten sie auf der Website der Initiative:

Kontakt

Ihr Ansprechpartner:

Boris Lesjean
Innovationsmanager

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