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Ressourcen für die Welt:
Ökologische Transformation

Ökologische Transformation ist die große Aufgabe der Gegenwart, damit wir alle eine Zukunft haben. An dieser Aufgabe zu wachsen – das ist für den CEO von Veolia Deutschland Matthias Harms der Anspruch, an sich selbst, ans Unternehmen, an die Gesellschaft. Wir sprachen mit ihm im Vorfeld der IFAT.

VEOLUTIONS: Guten Tag, Herr Harms, herzliche Grüße nach Hamburg, wie geht es Ihnen?

Matthias Harms: Guten Tag, mir selbst geht es gut. Aber in Anbetracht dessen, was aktuell in Europa, in unmittelbarer Nachbarschaft geschieht, wären persönliche Befindlichkeiten auch mehr als unangebracht.

VEOLUTIONS: In der Tat haben die Entwicklungen der letzten Wochen und Monate bei uns allen tiefe Spuren hinterlassen. Welche Auswirkungen haben diese Ereignisse – auf das Unternehmen und Sie persönlich?

Matthias Harms: Eine komplexe Frage, aber ich will eine einfache Antwort versuchen. Wir hatten eine intensive, weltweit geführte Diskussion zum Klimawandel, zuletzt auf der Weltklimakonferenz in Glasgow. Im Zuge der Corona-Pandemie und deren Folgen ist dieses Thema dann Zug um Zug von der Tagesordnung verschwunden. Im Angesicht des Krieges in der Ukraine findet nun selbst Corona kaum mehr Beachtung. Dieser Krieg ist schrecklich, die Pandemie war heftig, aber die entscheidende Frage für Gegenwart und Zukunft bleibt: Schaffen wir es im postindustriellen Zeitalter, die Erderwärmung auf 1,5 Grad Celsius zu begrenzen, um nachfolgenden Generationen einen intakten Lebensraum zu hinterlassen? Wir müssen uns unserer Verantwortung stellen.

 

„Unsere Klimaziele können wir erreichen, indem wir die ökologische Transformation in den Industrienationen voranbringen.“

 

VEOLUTIONS: Sollten Ihrer Ansicht nach also deutliche Prioritäten gesetzt werden?

Matthias Harms: Nein, keine Prioritäten, sondern ganzheitliches Denken und Handeln. Die Pandemie besiegen wir, indem wir uns impfen lassen. Freiheit und Demokratie in Europa bewahren wir, indem wir den Menschen helfen, die sie verteidigen. Konkret haben wir viele Anstrengungen unternommen, um unsere Mitarbeiter – Veolia hat rund 350 Mitarbeiter im Bereich der Entsorgung in der Ukraine – und ihre Familien bestmöglich zu unterstützen. Innerhalb der Belegschaft im gesamten Veolia Konzern gab und gibt es eine große Welle der Solidarität.

Unsere Klimaziele können wir erreichen, indem wir die ökologische Transformation in den Industrienationen voranbringen. Das Schwierige ist, dass wir jetzt alles zugleich machen müssen. Aber wir sind Menschen, wir können das. Ein jeder an seinem Platz.

VEOLUTIONS: Stichwort ökologische Transformation: Wo und wie sehen Sie die Einflussmöglichkeiten von Veolia, wenn es um die Vermeidung der Klimakatastrophe geht?

Matthias Harms: Die politischen Veränderungen nach der letzten Bundestagswahl haben in Form des Koalitionsvertrages und durch den Wechsel bei den handelnden Personen hohe Erwartungen geweckt.

Wir bei Veolia sind bereit, unseren Beitrag zur Bewältigung dieser Aufgabe zu leisten. Wir können unsere Verantwortung für eine echte Klimawende auf sehr unterschiedliche Art und Weise wahrnehmen. Zuallererst natürlich mit unseren Dienstleistungen und Services. Auf der IFAT präsentieren wir eine Vielzahl von Lösungen, die in der Praxis bereits sehr gut funktionieren. Von intelligentem Recycling mittels Wertstoffströmen, die Wertstoffe in die Produktionskreisläufe zurückführen, über die thermische Verwertung nicht mehr recycelbarer Reststoffe, mit der wir z. B. in Braunschweig den Ausstieg aus der Kohle als fossilen Brennstoff umsetzen, bis hin zur nachhaltigen Nutzung von Klärschlämmen verbunden mit dem gesetzlich vorgeschriebenen Phosphorrecycling.

Matthias Harms, CEO Veolia Deutschland und Vorsitzender der Geschäftsführung.

75%

Fortschrittsrate von Maßnahmenplänen zum Umweltschutz und zum ökologischen Fußabdruck in kritischen Anlagen bis 2023.

Hier gelangen Sie zum Bereich Verantwortung

„Veolia hat spätestens jetzt eine Größe erreicht, mit der wir sowohl bei multinationalen Unternehmen als auch von der Politik noch einmal mehr als maßgeblicher Gesprächspartner wahrgenommen werden.“

VEOLUTIONS: Welche Rolle spielt die Übernahme Ihres französischen Konkurrenten Suez dabei?

Matthias Harms: Diese Akquisition hat für alle Beteiligten einen großen strategischen Vorteil. Wir begrüßen nicht nur 50 000 Kolleginnen und Kollegen weltweit, wir haben damit auch großartige Expertise gewonnen und können unser Produktportfolio noch erweitern. Suez und Veolia ergänzen sich an vielen Stellen, sodass unterm Strich deutlich mehr herauskommt als die Summe der beiden Teile.

Worauf ich aber auch hinweisen möchte: Veolia hat spätestens jetzt eine Größe erreicht, mit der wir sowohl bei multinationalen Unternehmen als auch von der Politik noch einmal mehr als maßgeblicher Gesprächspartner wahrgenommen werden. Wir bringen internationale Erfahrung bei Umweltdienstleistungen mit, die bei der politischen Diskussion um neue Gesetze und Regularien auf internationaler Ebene z.B. bei Klimaschutzkonferenzen ebenso wie in den nationalen Verbänden – wie z. B. dem BDE oder der DENEFF (Deutsche Unternehmensinitiative für Energieeffizienz) – eine große Rolle spielt.

VEOLUTIONS: Klingt gut. Aber interessiert das unsere Kunden? Wollen die nicht einfach nur ihren Abfall loswerden?

Matthias Harms: (lacht) Unterschätzen Sie unsere Kunden auf keinen Fall. Die wissen genau: Wer heute und in Zukunft seinen Platz in Wirtschaft oder Industrie behalten möchte, muss sich um noch ganz andere Dinge kümmern.

Unsere Dienstleistungen und Services sind darauf ausgerichtet, unsere Kunden in ihren Anstrengungen nach einer Verbesserung des ökologischen Fußabdrucks zu unterstützen. Der Kunde beherrscht sein Handwerk, seinen Produktionsprozess. Wir beherrschen unseren Job: Beispielsweise Prozesse und Dienstleistungen im Bereich der Entsorgung und Recycling, die unsere Kunden in die Lage versetzen, sich auf ihr Kerngeschäft zu konzentrieren. Vor allem unterstützen wir durch Beratung im Bereich der Energieeffizienz und damit bei der direkten Reduzierung von Verbräuchen und somit bei der indirekten Vermeidung von Emissionen in den Unternehmen. Das macht Zukunft.

 

„Nur so kann ökologische Transformation gelingen: als Gewinn für alle.“

 

VEOLUTIONS: Quasi eine Win-win-Situation für beide Seiten?

Matthias Harms: Eigentlich für drei Seiten: zuerst einmal für unsere Kunden, dann für uns als Unternehmen und schließlich vor allem für die Umwelt. Und nur so kann ökologische Transformation gelingen: als Gewinn für alle.

VEOLUTIONS: „Ressourcen für die Welt“ ist der Veolia Claim. Wie leben Sie diesen Claim im Unternehmen?

Matthias Harms: Wenn nicht wir, wer dann? Das ist die Frage, die wir uns stellen. Unser Selbstverständnis heißt: We are Resourcers. Weltweit 230 000 Menschen, davon allein in Deutschland rund 11 000, arbeiten bei Veolia. Sie sind es, die als Botschafter von Veolia ihren Teil zum Gelingen unserer Mission beitragen.

Unser CEO und Präsident des Verwaltungsrates Antoine Frérot hat gesagt: „Ein Unternehmen ist erfolgreich, wenn es nützlich ist – und nicht umgekehrt.“ Diese Überzeugung, dass es wichtig ist, nützlich zu sein, teilen unsere Mitarbeitenden. Sie sind Teil einer großen Gemeinschaft, die sich zum Ziel gesetzt hat, Ressourcen zu schonen, zu schützen und zu bewahren. „Ressourcen für die Welt“ bildet die Klammer für eine großartige Vielfalt von Initiativen, die aus unserer Mitarbeiterschaft entstehen. All das gibt vielen von uns das Gefühl, etwas sehr Sinnstiftendes zu tun.

15

Millionen
Tonnen
CO2-eq

Weltweite Zielvorgabe von Veolia zur Vermeidung von Treibhausgas-Emissionen pro Jahr in 2023 (gemessen an einem Referenzszenario).

Weitere Kennzahlen finden Sie in unserer DNK­-Erklärung 2020

 

 

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