Recyclingfähigkeit von Verpackungen

Recyclingfähigkeit Verpackungen

Das Recycling von Abfällen stellt eine der wichtigsten Herausforderungen unserer Zeit dar. Denn nur indem wir Wertstoffe aus der wachsenden Flut von Abfällen zurückgewinnen und diese zu Rezyklaten aufbereitet wieder in den Rohstoffkreislauf zurückführen - anstatt natürliche Ressourcen zu verwenden - können wir endliche Ressourcen einsparen und die Abfallmengen reduzieren. Auch die Einsparung von umweltschädlichen Klimagas-Emissionen spricht für das Abfallrecycling und macht deutlich, wie Recycling die Umwelt entlastet. 

 

 

 


Das übergeordnete Ziel heißt also,
unsere bisherige lineare Wirtschaft des Ressourcen-Verbrauchens zu einer echten Kreislaufwirtschaft des Ressourcen-Gebrauchens zu transformieren.


Auch in Verpackungsabfällen stecken viele Wertstoffe, wie Kunststoffe, Aluminium oder Weißblech, die es mittels Recycling wieder nutzbar zu machen gilt. Doch dieser Prozess beginnt nicht erst, wenn die Verpackung im Abfall landet. Damit der komplette Kreislauf vom Produkt über die Sammlung, Sortierung und das Recycling bis hin zum neuen Produkt funktioniert, müssen alle Beteiligten entlang der Wertschöpfungskette ihren Teil beitragen.
 

 

 

Verpackungskreislauf

 

Schon zu Beginn dieses Kreislaufs werden die Weichen für den Lebenszyklus der Verpackung und ihre individuelle Chance auf eine Wiedergeburt gestellt. Verpackungshersteller haben einen großen Einfluss auf den Erfolg des Recyclings. Denn es gibt einige Verpackungseigenschaften, die bestimmen, wie gut oder schlecht eine Verpackung sortiert und im zweiten Schritt recycelt werden kann.
 

Weshalb sollten Verpackungen im Hinblick auf die Recyclingfähigkeit (Design for Recycling, DfR) konzipiert werden?

Umweltschutz

Eine Verpackung, die für das Recycling optimiert wurde, kann vom Verbraucher zu Hause leicht in ihre Materialbestandteile getrennt und in Abfallsortieranlagen gut von anderen Verpackungen separiert und in Recyclingbetrieben werkstofflich verwertet werden. Diese Verpackung hat die Chance, erneut als Verpackung oder anderes Produkt eingesetzt zu werden und somit den Wertstoffkreislauf vollständig zu schließen. Bei Kunststoffverpackungen lassen sich dadurch Rohöl und CO2-Emissionen einsparen. 

Möglichkeit zur Reduzierung der Beteiligungsentgelte

Bei der Verpackungslizenzierung kann ein recyclinggerechtes Verpackungsdesign laut § 21 VerpackG positiv auf die Bemessung der Beteiligungsentgelte angerechnet werden. Die Verwendung von Materialien, die zu einem möglichst hohen Prozentsatz recycelt werden können, die Verwendung von Rezyklaten oder nachwachsenden Rohstoffen können sich vorteilhaft auf die Beteiligungsentgelte auswirken.

Bei der Verpackungslizenzierung berät Sie die Veolia Umweltservice Dual hinsichtlich des Verpackungsgesetzes zur Recyclingfähigkeit Ihrer Verpackungen.

Nachhaltigkeit als Kaufkriterium

Auch für Endkunden spielen Umweltschutz und Nachhaltigkeit eine immer größere Rolle. An Unternehmen und Marken werden zunehmende Erwartungen an einen nachhaltigen Umgang mit Ressourcen gestellt. Die Nachhaltigkeit von Produkt und Produktverpackung gewinnt als Kriterium bei der Kaufentscheidung an Bedeutung. Eine recycelbare Verpackung kann somit positive Kaufanreize setzen.


Design for Recycling:
Gestaltung von recyclinggerechten Verpackungen

Nach dem Kauf eines Produktes wird dessen Verpackung entsorgt. Sie landet in der Regel im Gelben Sack, der Gelben Tonne bzw. der Wertstofftonne. Die Abfälle werden eingesammelt und in Sortieranlagen nach Materialarten sortiert. Der Schritt der Abfallsortierung hat einen maßgeblichen Einfluss darauf, ob eine Verkaufsverpackung recycelt werden kann. Nur, wenn die Verpackung so gestaltet ist, dass sie in Abfallsortieranlagen von anderen Materialien separiert und einer Wertstofffraktion zugeordnet werden kann, kann der Lebensweg der Verpackung weiter in Richtung Recycling gehen, das Stichwort lautet hier Design for Recycling.

Hier erklären wir Ihnen, welche Gestaltungsprinzipien die Sortierfähigkeit beeinträchtigen und welche Verpackungslösungen bevorzugt werden sollten.

In diesem 360-Grad-Video von unserer Sortieranlage für Leichtverpackungen in Hamburg können Sie sich ein genaueres Bild vom Ablauf der Sortierung machen.

Die meisten der unterschiedlichen, fest miteinander verbundenen Kunststoffschichten sowie eingearbeitete Sauerstoff- oder Wasserdampfbarrieren können bei der Abfallsortierung nicht durch den eingesetzten Nah-Infrarot-Scanner eindeutig erkannt werden. Zudem ist der Mehrschichtverbund bei den mechanischen Aufbereitungs- und Waschprozessen des Recyclings nicht trennbar, wodurch die für das Recycling benötigte Sortenreinheit nicht mehr erzielbar ist.

LÖSUNG: Mono-Materialien

PROBLEM:

Multilayer Verpackungen /
Verpackungen mit Barriereeigenschaften

In der Sortieranlage werden die unterschiedlichen Materialarten vollautomatisch mittels Nah-Infrarot-Scanner analysiert und sortiert. Diese Technik beruht auf Lichtreflexionen. Da schwarze, rußbasierte Farbstoffe das Licht vollständig absorbieren, werden solche Kunststoffverpackungen bei der Sortierung nicht erkannt. Diese Verpackungen stehen somit nicht mehr für die stoffliche Verwertung zur Verfügung.

LÖSUNG: Helle oder transparente Verpackungen

PROBLEM:
Verpackungen mit schwarzen, rußbasierten Farbstoffen

Durch die Verwendung des Nah-Infrarot-Scanners bei der Abfallsortierung kann nur ein Teil der Verpackung gescannt und erkannt werden. Je nachdem, auf welchen Teil der Verpackung der Lichtstrahl des Scanners trifft, wird sie nur dieser einen Materialfraktion zugewiesen. Die restlichen Materialien der Verpackung sind Störstoffe in der Wertstofffraktion und können ggf. nicht recycelt werden.

LÖSUNG: Mono-Materialien, einfach trennbare Verpackungsbestandteile, deutliche Trennhinweise auf der Verpackung

PROBLEM:
Verbundverpackungen aus nicht trennbaren Materialarten 

bzw. unterschiedliche Materialarten auf Vorder- und Rückseite

Bei der vollautomatischen Abfallsortierung werden Nah-Infrarot-Scanner eingesetzt, die jedoch zum Großteil nur das äußere Material der Verpackung erkennen können. Das darunterliegende Material kann hingegen häufig nicht analysiert und der richtigen Wertstoffraktion zugeordnet werden, was eine stoffliche Verwertung ggf. ausschließt. Zudem werden Sleeves aus farblosem PET mit farbigen Aufdrucken als “buntes PET” erkannt, welches nur eingeschränkt wieder eingesetzt werden kann.

LÖSUNG: Mono-Materialien, wenig komplexes Verpackungsdesign, vorperforierte Sleeves, Partial Body Sleeves mit max. 50 % - 70 %* Bedeckung der Verpackungshöhe

* in Abhängigkeit von der Verpackungsgröße

 

PROBLEM: 
Fullsleeve-Etikettierung

Farbige Kunststoffverpackungen können in Sortieranlagen zwar korrekt sortiert werden, jedoch können die Farbstoffe in mechanischen Recyclingverfahren nicht aus den Kunststoffen entfernt werden, wodurch der Einsatzbereich für das recycelte Material allein aufgrund der Farbgebung des Rezyklats schrumpft. Nur transparente Kunststoffprodukte bleiben nach der Aufbereitung breit einsetzbar.

LÖSUNG: Transparente, klare Kunststoffverpackungen

PROBLEM:
Farbige oder mehrlagige, farblich unterschiedliche Kunststoffverpackungen

Faserbasierte Verpackungen für Lebensmittel- und Konsumgüterverpackungen benötigen Barrieren zum Schutz der Produkte. Die Anforderungen an diese Barriere, die sowohl Produktschutz als auch Recyclingfähigkeit berücksichtigt, liefert eine neue Studie, die Veolia zusammen mit dem Forum Rezyklat in Auftrag gegeben hat.

Recyclebare Verpackungen: Geboren, um recycelt zu werden 

Ob eine Verpackung nachhaltig ist oder nicht, hängt unter anderem von ihrer Recyclingfähigkeit ab. Und diese wird schon bei der Entwicklung festgelegt. Denn nur, wenn für die eingesetzten Materialien und die verwendete Materialkombination eine geeignete Sortier- und Verwertungsinfrastruktur existiert, können diese Verpackungen recycelt werden. Des Weiteren spielen die Sortierbarkeit der Materialien bzw. der Materialkombinationen und Recyclingunverträglichkeiten für den Recyclingerfolg eine entscheidende Rolle.

 

Bemessung der Recyclingfähigkeit von Verpackungen

Für die Bewertung der Recyclingfähigkeit von Verpackungen, hat die Stiftung Zentrale Stelle Verpackungsregister (ZSVR) einen Mindeststandard veröffentlicht, der den dualen Systemen einen Bewertungsrahmen bietet.
Mindestgrundlage ist der Wertstoffgehalt einer Verpackung, der für das Recycling zur Verfügung steht. Dieser wird nach folgenden Kriterien bemessen:

  • Vorhandensein von Sortier- und Verwertungsinfrastruktur 
  • Sortierbarkeit der Verpackung und Trennbarkeit der Verpackungskomponenten
  • Abwesenheit von Recyclingunverträglichkeiten, die die Verwertung verhindern

Detaillierte Informationen über den Mindeststandard für die Bemessung der Recyclingfähigkeit von systembeteiligungspflichtigen Verpackungen erhalten Sie hier.


Beratung zur Recyclingfähigkeit von Verpackungen

Unsere Expertise im Bereich des Kunststoffrecyclings nutzen wir, um Verpackungshersteller zur Recyclingfähigkeit ihrer Verpackungen zu beraten. Die Veolia PET Germany GmbH ist dafür als Zertifizierungsstelle der Initiative RecyClass aktiv. Diese hat es sich zum Ziel gemacht, das Wissen von Recyclingunternehmen, wie Veolia, direkt an die Verpackungshersteller weiterzugeben und somit recyclingorientierte Produkte mit zu entwickeln und die Kreislaufwirtschaft zu fördern.

“Als Recycling-Unternehmen sehen wir es als unsere Aufgabe an, unsere Erfahrungen mit allen an der Wertschöpfungskette beteiligten Partnern zu teilen und unsere Produkte weiterzuentwickeln. Dies ermöglicht es der kunststoffverarbeitenden Industrie, wertvolle Ressourcen einzusparen sowie den CO2-Fußabdruck der Produkte deutlich zu reduzieren.”

- Dr. Matthias Nowotny, Technischer Werksleiter Veolia PET Germany GmbH -
 

Möchten Sie Ihre Verpackung bewerten und als recyclinggerechtes Produkt zertifizieren lassen? Wir beraten Sie gerne.

 

Haben Sie es gewusst?

Für Norwegen und Schweden ist Veolia der vertragliche Partner der nationalen Pfandsysteme und führt Testprozeduren und Analysen zur Bewertung der Recyclingfähigkeit von PET-Flaschen in Abhängigkeit von den national gültigen Design-Guidelines durch.

Weiterhin wirken wir aktiv an der Weiterentwicklung von Getränkeverpackungen aus PET mit und sprechen ggf. Empfehlungen für Anpassungen der Design-Guidelines in den skandinavischen Systemen aus.

Mehr über Veolia PET Germany GmbH

Veolia schafft zusammen mit den Hamburg Towers einen echten Wertstoffkreislauf

Mit Beginn der Basketball Bundesliga Saison 2021/22 stellt Veolia Trinkbecher aus 100% recyceltem PET-Kunststoff bei den Heimspielen der Hamburg Towers zur Verfügung. Durch die korrekte Abfalltrennung und das anschließende Recycling wird so aus einem Kunststoffbecher wieder ein neuer Kunststoffbecher, der in der edel-optics.de-Arena, der Heimspielstätte des Basketball-Bundesligisten, zum Einsatz kommt.

► Mehr zur Zusammenarbeit von Veolia und den Hamburg Towers

Verpackungslizenzierung

Verpackungen bei den dualen Systemen von Veolia lizenzieren lassen

 

Rezyklate

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Kompetenz in Kunststoff

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