Kompostierung

Durch Kompostierung und Vergärung organischer Abfälle und deren Rückführung als hochwertiger Dünger und Humus wird der natürliche Stoffkreislauf geschlossen.

Mit den Logistikbetrieben und 16 eigenen Vergärungs- und Kompostanlagen bildet Veolia alle Stationen der Bioabfallverwertung ab: von der Sammlung und dem Transport bis hin zur professionellen Verarbeitung. Wir gewinnen aus organischen Abfällen hochwertigen Kompost für die Landwirtschaft und zusätzlich in unseren Vergärungsanlagen Biogas zur Strom- und Wärmeerzeugung.
Wir unterstützen somit den natürlichen Stoffkreislauf und leisten einen wertvollen Beitrag zum Umweltschutz. Zudem tragen wir in erheblichem Maße dazu bei, Restabfall zu reduzieren.

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Prozessschritte einfach erklärt

In der Natur werden in einem ständigen Kreislauf organische Stoffe von kleinsten Bodenlebewesen zu fruchtbarer Erde abgebaut. Diesen Prozess macht sich Veolia unter Anwendung modernster Technik bei der Kompostierung gezielt zunutze.

Grobaufbereitung

Zunächst wird der Bioabfall sortiert, zerkleinert und von einigen Störstoffen (z.B. Metallen) befreit. Die Grobaufbereitung dient zur Erzeugung eines homogenen Ausgangsmaterials für die folgenden biologischen Prozessschritte.

Vergärung

Dieser Prozessschritt findet ausschließlich in Vergärungs- oder mechanisch-biologischen Abfallbehandlungsanlagen statt.

In diesem Prozess wird unter Ausschluss von Sauerstoff die organische Masse durch die vorhandenen Bakterien in Biogas und Gärprodukt umgewandelt. Im Blockheizkraftwerk wird das Biogas bei Bedarf zur Strom- und Wärmeerzeugung verbrannt und anschließend in das Strom- und Wärmenetz eingespeist.

Kompostierung

Bei der Kompostierung wird organisches Material unter Zuführung von Sauerstoff und mithilfe von Bakterien abgebaut. Über eine gezielte Belüftung und eine überwachte Temperaturführung werden die natürlichen Reaktionen um ein Vielfaches intensiviert.

In der einfachsten Form wird die Kompostierung in Mieten (aufgehäuftes Material) realisiert, die mittels maschinellen Umsetzvorgängen mit Sauerstoff versorgt werden. In modernen Kompostierungsanlagen mit größeren Mengendurchsätzen werden Mieten in geschlossenen Räumen über eine Luftverteilung am Boden druckbelüftet – hier können alle für den Abbau wesentlichen Parameter sehr genau eingestellt werden. Daneben wird in allen biologischen Abfallbehandlungsanlagen über eine Wärmebehandlung der Bioabfall von keimfähigen Samen und Pflanzenteilen sowie sonstigen Krankheitserregern praktisch befreit (hygienische Unbedenklichkeit).

Nachaufbereitung/Absiebung

Nach dem biologischen Prozess muss der behandelte Bioabfall noch von Störstoffen wie Plastik (zunehmend auch Bio-Sammelbeutel), Glas und sonstigen Fehlwürfen aus der Biotonne befreit werden. Dies geschieht über verschiedene technische Aggregate und Siebvorgänge, an deren Ende das fertige Kompostprodukt vorliegt.

Durch die Aufbereitungs- und Verwertungsprozesse entsteht aus Bioabfall hochwertiger Dünger und Humus, den Veolia vermarktet. Das mit dem RAL-Gütezeichen ausgezeichnete Kompostmaterial wird vornehmlich im Ackerbau, im Wein- und Obstbau zur Humusdüngung und Bodenverbesserung genutzt. Es fördert nicht nur ein aktives und gesundes Bodenleben, sondern verbessert auch die Bodenstruktur. Der Kompost sorgt für eine erhöhte Wasseraufnahme und -speicherung, eine ausgewogene Nährstoffversorgung und stärkt die Widerstands- und Wuchskraft der Pflanzkulturen.

Bioabfall trennen - biologische Verwertung stärken

Die Getrenntsammlung von Bioabfällen hilft bei der Verwertung zu Biogas oder Kompost. Die seit 2015 für Kommunen gesetzlich verpflichtende Bioabfallsammlung stellt hierzu einen wichtigen Beitrag dar. Bisher haben noch nicht alle Kommunen eine flächendeckende getrennte Sammlung von Bioabfällen eingeführt.

Jeder einzelne kann etwas tun

Zum Bioabfall gehören natürliche Küchen- und Gartenabfälle, Grünschnitt und sonstige kompostierbare Materialien. Sogenannte Bio-Sammelbeutel tragen im Verkauf zwar Aufschriften wie „biologisch abbaubar“ oder „kompostierbar“. Dies ist jedoch keine Garantie dafür, dass Sie im Rahmen der gängigen Kompostierungs- und Vergärungsprozesse in ausreichender Form abgebaut werden können. “Biologisch abbaubare“ Kunststoffe können teilweise aus nicht-nachwachsenden Rohstoffen, wie zum Beispiel Erdöl, bestehen. Diese zersetzen sich zwar, werden aber nicht biologisch abgebaut. 
Für den Abbau der biobasierten Kunststoffe ist in der Regel Luftsauerstoff notwendig. Der Vergärungsschritt findet in anaeroben Räumen statt, sodass diese Kunststoffe während der Fermentation nicht abgebaut werden.
Die anschließende Rotte zur Kompostierung der Bioabfälle kann den Abbau dieser Sammelbeutel ebenfalls nicht vollumfänglich realisieren. Die europäischen Standards sieht längere Abbauzeiten des “Bioplastiks” vor, welche die Durchlaufzeiten in unseren Anlagen deutlich überschreiten. Dies hat zur Folge, dass wesentliche Anteile dieser biobasierten Kunststoffe unzersetzt den biologischen Prozess durchlaufen. Dadurch gefährden sie die Kompostqualität, die im Rahmen der Gütesicherung überwacht wird und die für die Einsatzfähigkeit und Akzeptanz des Kompostes als hochwertigen Dünger für die Landwirtschaft und den Gartenbau notwendig ist.

 

Daher gilt: Kein Plastik in die Biotonne – weder „Bio“ noch konventionell!

Minderung von Emissionen

Bei dem Verwertungsprozess halten wir selbstverständlich geltende Emissionsrichtlinien ein. Das Augenmerk liegt dabei auf der Vermeidung von Geruchsemissionen. Dazu gehört ein sauber geführter Prozess, welcher schon die Entstehung von Geruchsstoffen so gering wie möglich hält. Darüber hinaus verfügen die meisten Anlagen über Einhausungen für emissionskritische Behandlungsabschnitte wie z.B. die Annahme der Bioabfälle, für die biologischen Prozessschritte und die Absiebung. Die in den Einhausungen auftretenden Geruchsstoffe werden über Rohrleitungssysteme erfasst und gezielt einer Abluftbehandlung zugeführt. Diese Behandlung wird zumeist über Befeuchtungssysteme und Biofilter realisiert.