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Ladeinfrastruktur 
Im prAXISTEST

Im Dezember 2020 starteten die BS|ENERGY Gruppe und KOM|DIA zusammen mit dem Stadtwerkeverbund Thüga in Braunschweig den zweijährigen Feldtest ,,Ladeinfrastruktur 2.0“.

In zwei eingegrenzten Gebieten testen 32 Haushalte mit ihren Elektroautos das Ladeverhalten und die Auswirkungen auf das Stromnetz. Das Forschungsprojekt soll Erkenntnisse liefern für den Ausbau der klimafreundlichen Elektromobilität und wie Netzbetreiber das Stromnetz flexibel steuern können. Dabei werden die Fahrzeuge nicht unbedingt sofort nach Anschluss an die Wallbox geladen, sondern erst, wenn im Netz ausreichend Kapazität vorhanden ist. Wie alltagstauglich wird Elektromobilität zukünftig sein? Kann sich die Ladeinfrastruktur an das Leben der Menschen anpassen? Wir haben uns mit den Testteilnehmern Jane Zhang aus Waggum und Rainer Schupetta aus Dibbesdorf über ihre Erfahrungen unterhalten.

Interview

Frau Zhang, was hat Sie zur Teilnahme an dem Feldtest bewogen?
Jane Zhang: Unsere Familie ist tatsächlich erst über BS│ENERGY mit dem Feldtest zur Elektromobilität gekommen. Bei mir spielt der Umweltaspekt eine große Rolle und wir wollen das Projekt gerne unterstützen. Wir nutzen grünen Strom und der Trend zur E-Mobilität passt zu unserer Lebensweise und zum aktuellen Umweltgeschehen.

Wo laden Sie Ihr Auto hauptsächlich?
Jane Zhang: Wir laden ausschließlich zu Hause an der Wallbox. Es gibt einfach noch nicht so viele Möglichkeiten im öffentlichen Raum. Mit dem E-Auto fahren wir daher auch eher kurze Strecken, für lange Fahrten nutzen wir einen anderen Wagen.

Wie zufrieden sind Sie mit dem gesteuerten Laden?
Jane Zhang: Es gab ein-, zweimal Anlaufschwierigkeiten zu Beginn. Das Auto war nicht geladen. Inzwischen klappt das Laden an der Wallbox immer, ich sehe den aktuellen Ladestand und muss mir keine Gedanken machen. Das Auto ist einwandfrei geladen, wenn ich es brauche.

Jane Zhang ist überzeugt von der umweltfreundlichen Elektromobilität.

„Ich will selbst etwas für den Klimaschutz tun. Der Test hat mich weiter von Elektromobilität überzeugt: Das laden klappt gut.“

Rainer Schupetta

Herr Schupetta, was sind die ausschlaggebenden Gründe für Sie, elektrisch zu fahren?
Rainer Schupetta: Verbrennermotoren belasten die Umwelt. Ich habe mein eigenes Fahrverhalten hinterfragt, um zu sehen, was ich selbst für den Klimaschutz tun kann. Ich habe festgestellt, dass ich etwa 80 Prozent meiner Fahrten im Nahbereich mache. Das hat den Ausschlag gegeben, die Elektromobilität in Betracht zu ziehen. Ich habe mich mit Verbrauch, Reichweite und Ersparnissen beim Kauf, finanziellen Anreizen und der langfristigen Steuerersparnis auseinandergesetzt und diese Aspekte miteinander abgewogen.

Warum nehmen Sie am Feldtest teil?
Rainer Schupetta: Für mich war es auf die zwei Jahre gesehen ein ein interessantes Gesamtpaket, das gut passte, beispielsweise die Vorteile hinsichtlich einer eigenen Wallbox und deren Installation. Zu Beginn klang das Energiemanagement zwar etwas kompliziert, im persönlichen Kontakt bin ich jedoch von der Teilnahme am Test überzeugt worden.

Wo sehen Sie die größten Schwierigkeiten beim Laden?
Rainer Schupetta: Die derzeitige Ladeinfrastruktur reicht nicht aus. Da sehe ich Abstriche bei der Reichweite von Elektrofahrzeugen. Auf Fernfahrten muss man sehr genau planen, wo der nächste Halt zum Laden ist und wie gut er erreichbar ist. Dies nimmt viel Zeit in Anspruch, gerade wenn man unterschiedliche Anbieter nutzt. Auch die Geschwindigkeit ist ein Thema. Schnelles Fahren beeinflusst den Verbrauch natürlich zusätzlich - aber die Akkutechnologie wird mit der Zeit sicher besser. Auch die Anzahl der öffentlichen Ladepunkte wird sich erhöhen.

Welche Erfahrungen haben Sie mit dem gesteuerten Laden beim Feldtest gemacht?
Rainer Schupetta: Für das Laden zu Hause über die Wallbox habe ich unseren Stromtarif auf Nachtstrom umgestellt. Im Großen und Ganzen klappt das Laden sehr gut. Gelegentlich gab es beim Lademanagement kleinere Störungen, die sich jedoch beheben ließen. Meine Erwartungen insgesamt haben sich erfüllt.

 

Vielen Dank Ihnen beiden für das Gespräch!

Rainer Schupetta beim Laden an der heimischen Wallbox

IHR ANSPRECHPARTNER:

Jonas Budde
Projektmanager Innovation Elektromobilität
bei KOM|DIA

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